Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1287004
2x 
 6 
Zweites 
Buch. 
Die 
Siener 
Schule. 
beendigen, ward also mehrmal unterbrochen und brauchte gar 
viele Jahre zu seiner Yollendung. Da kamen denn mehrere Bau- 
künstler (magislri lapidum) und Bildhauer entweder von anÄ 
dern Orten, oder bildeten sich auch in der Stadt selbst heran, 
machten also 1250 einen bürgerlichen Verein, eine Zunft aus, 
und verlangten eigene Satzungen. S. oben. WVeiss man nun 
auch nichts von der Genehmigung, so darf man doch anneh- 
man, dass, wegen der Verwandtschaft beider Künste, das St"- 
dium der Bildhauerkunst auch der Malerei zu gute kam. Hier- 
aufifnel im Jahr 1260 die berühmte Schlacht bei Monte Apart-o 
vor, wo die Florentiner von den Sienern überwunden wurden  
Dieser Sieg war für die Stadt ein Zeitpunct des Friedens 
und Wohlstandes, und nährte öffentlich, wie im Sonderleben, 
die Künste der Ueppigkeit. Wie denn soviel Glück als V91; 
mittelung der Maria anerkannt ward, welcher die Stadt feier- 
lich geweiht war, so wurde auch ihr mehr Ehre erzeigt, ihre 
Bildnisse wurden in der Umgegend und überall vervielfältigt, 
und daher entstanden neue Aufträge und Anhänger der Malerei, 
In diese Zeit muss man Uglolino da Siena rechnen, 
der in hohem Greisenalter 1339 starb; er musste also vor 
1260 geboren seyn. Ich mag dem Vasari nicht beitreten, 
der ihn zum Schüler Cimabue's macht, noch dem Baldi_ 
nueci, der ihn in seinen Stammbaum impft, noch Andern, die 
ihn von Guido unterrichten lassen; dieser musste in Ugo- 
lino's Jünglingsjahren schon heimgegangen seyn. Dass er 
aber sich in Sic-na gebildet, ist mir wahrscheinlich, thcils der 
vielen damals dort lebenden Meister wegen, thcils weil das 
Colorit seiner Madonna zu Orsanmichele in Florenz im G9- 
chmack der alten Siencr Schule ist, minder stark, als das Ci- 
mabuesche und Florentiner, und minder wahr. Diese Bemer- 
kung hat, meines Erachtens, einiges Gewicht; denn sie ruht; 
auf der Kunstfertigkeit, die an verschiedenen Orten verschieden 
L 
halb man den neuen Dom zu 67mm unvollendet gelassen und sich be- 
gnügt hat, den alten schöner zu sclnlllliclrur; uml zu erwrfleru u. s. w. 
Man fand nämlich die Grundlagen des neuen Doms nicht fest genug 
und setzte den Bau darum nicht fort. Q. 
nach Lelt. srm. I, 
I6) Ein Mädchen, Usilin, machte hier 
fungene, Q- 
227. 
36 Ge.
        

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