Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286976
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
263 
dete, dass Giotto 1316 von dort abreistc, also bevor Pe- 
trarcu sich in die Schöne verliebte. Und so würde er auch 
andern Grübclcien keineswegs Raum gegönnt haben, wenn nicht 
ein in seinen Gründen wahres, nur aber übertriebenes System 
ihn, fast wider seinen WVillen, möchte ich sagen, dazu verleitet 
hätte. Auch darüber würde ich kein Wort verlieren, wenn ich 
nicht bedachte, dass das „Jeden1 das Seine" eben sowuhl Rich- 
tern, als Geschichtschreibcrn gesagt ist.  
lm Bctrclf des Alters dieses Malers müssen die Chroniken- 
Schreiber bericbtiget werden. Das ausgemachteste Gemälde 
von Guido ist das von 1221; denn das andere zu S. Ber- 
nandino von 1262 wird ihm ohne hinliingliehen Grund zugew 
schrieben. Wer nun schon 1221 so tüchtig in einer neuen 
Kunst ist, den kann man nicht 1295 noch leben lassen, wie 
in den Lett. san. T0. 2. p. 276. behauptet wird, bloss laut 
einer einem Maler Guido gemachten Zahlung. Der berühmte 
Guido müsste damals wenigstens 105 Jahr alt gewesen seyn; 
war also sehr wahrscheinlich todt und ein anderer Guido 
führte seinen Namen ohne Furcht vor Verwechselung. 
Fast allgemein glaubt man, dieser altorthülnliche Künstler 
habe Mine, oder Giacomino da Turrita, den berühmten 
Musivarbeiter, von welchem im ersten Buche die Rede ivar, 
unterrichtet. Auch von seinem Alter istlviel gesagt worden, 
ohne dass man das Rechte getroffen. Baldinucci lässt ihn 
um 1300 sterben, und verschweigt in seinem Leben, dass er 
von 1225 an gearbeitet, wiewol dies auf dem lldosaik in S. 
Üiovanni zu Florenz mit Uncialen geschrieben steht U). Dies 
ist auch den Siener Cbronikenschreihern entgangen, welche ihm 
sein Leben bis 1298 verlängert haben, wegen einer dem lllnier 
Minuccio geleisteten Zahlung; oder bis um 1300, wegen Bo- 
nifaz Vlil. Grabmal, welches für ein Werk Turrita's gehal- 
ten wird. Das längste Ziel, das man ihm geben kann, ist nu- 
gcfiihr 1290, weil, nach T-itVs Descriz. delle pitturß cli Ronm, 
Mino das Mosaik von S. Maria Maggiore 1'139 lwendigtc, 
und als er hierauf das andere in S. Gio. Laterano begonnen, 
T. l. P- 70. Diese Angabe batle irelllch Baltllnußül  
uuugeplürzt. L
        

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