Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286960
262 
s 
i: 
e 
Z j 
Die 
Siener 
Schule. 
sieht in ihnen den Fortschritt der Kunst; das Colorit ist le- 
bendiger, die lrileischfarbe wahrer, die Bewegung des Kopfes 
am Götterknaben natürlicher; die Beiwerke, wie der 'l'hron 
und die Glorie von Engeln, sind besser.  
Bei dieser Gelegenheit bemerke ich zweierlei, worin ich 
von dem Verf. der Lettere sanesi ganz verschieden denke, 
trotz meiner alten Achtung und Freundschaft für ihn Eimnnl 
nämlich, dass er, um Guido dem Cimabne vorzuziehen, oft 
die Madonna zu S. Domenico, das einzige sichere Bild vnn 
ihm (T. II. p.  mit Cimabue's vielen und hiiuiigen 
Bildern vergleicht, und ohne die Farbe, dic Gedankenfiille und 
Andres mehr, Worin der Florentiner dem Siener überlegen ist, 
zu beachten, sich auf gewisse kleine Einzelheiten stützt, in 
welchen Guido ihn zu überragen scheint. Ein Künstler, der, 
soviel man weiss, nur Madonnen malt, vervollkommnet sich 
allgemach darin wol ziemlich, und doch verdankt ihm die 
Kunst nicht so viel, als einem andern, den sie zur Grossartig- 
kcit erhebt; ein Verdienst, welches Marco von Siena, gewiss 
kein Parteigänger der Florentiner, dem Cimabue nicht ab- 
sprach, wie wir im vierten Buche sehen werden. Ferner, wo 
er Bilder iindet, welche Cimabue Ehre machen und Seinen 
Neuerungen widersprechen, bedenkt er sich gar nicht, Geschichte 
und Ueberlieferung zu widerlegen, wie ich dies bereits bei 
den grossen Figuren der Kirche zu Assisi bemerkte, und jetzt 
wieder hinsichtlich der angezogenen beiden Madonnen zu Flo- 
renz rügen muss. S. 288. zweifelt er sehr, ob sie nicht etwa 
von Mino da Turrita scyn möchten, weil dort von sehr ge- 
schickter Hand Illusivarbeiten dargestellt sind, worin Ming 
erfahren war, Cimabue nicht m). Als ob ein Maler nicht 
Gebäude gut malen könnte, ohne sie bauen, Kleider, ohne sie 
fertigen, und Gewande, ohne sie weben zu können. So zwei- 
felte er auch (T. II. p. 93), 0b Giotto in Frankreich ge- 
Wesen, weil er, nicht Simon von Siena, das BildniS der M. 
Laura hätte malen müssen, Als ob! die Geschichte nicht mel- 
12) Könnten dem Oim nhu e alle seine übrigen Werke abgestrit- 
fen werden, so muss man ihm doch das eine lassen, seine Madonna 
In S. Mßfiü Novella, in deren Blicken schon ein innres hohes Leben 
dulicb Ü? llßrren Formen der Griechischen Schule hindurchleuchtey 
Q.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.