Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286932
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
259 
sam und gelehrig. Ich übergehe viele Namen von alten, von 
yvelchen keine Werke übrig sind, und setze hier und da einen 
ncuern hinzu, den ich durch Betrachtung von Gemälden, oder 
aus Büchern kennen gelernt. 
Den Ursprung der Siener Schule hat man entweder in den 
Kreuzziigen nach dem Morgenlande gesucht, woher einige Grie- 
chische Maler nach Siena gekommen, oder in Pisa, web- 
ches seine ersten Meister, wie bemerkt, aus Griechenland er- 
l1ielt5). Darüber urtheile nun jeder nach Gutdünken! Ich glaube 
zur Entscheidung nicht hinliingliehe 'I'hatsachen zu haben. S0- 
vicl weisslich, dass es Italien nie an Uulerix und Miniaturisteni 
fehlte, und dass hieraus, auch ohne Griechische Beihülfe, 
manche Italienische Schule entstand. Siena musste dergleichen 
seit dem 12. Jahrhundert auch haben. Im Anfange des 13. 
wurde der Ordo ojficinrum senensis ecclesiue geschrieben, der 
in der Bibliothek der k. Akademie aufbewahrt wird, und An- 
fangsbuchstaben mit kleinen Gcschichtchen und Verzierungen 
mit Thieren enthält. Es sind sehr trockene und dürftige Mi- 
niaturbilder, aber wegen ihres Alters von 1213, wo sie ein 
Canonicus von Siena, Oderico, fertigte, merkwürdig G). Der- 
gleichen Handschriften wurden von einem und demselben Maler 
mit Mellllige auf den innern Pergamcutblättern und aussen auf 
L 
5) S. hierüber Rumohrhv Italienische Forschungen 1. Tfz. S. 282: 
293. 296, wo treffende Bemerkungen über den (Jnterschied der 11a- 
liexiischen und Neugriechinchen Manier, Verdienste der Griechen nach 
Lami 32! . in der Note daselbst LamPs Werk angeführt. Bis zum 
Ende des Ersten Theils werden Beispiele angeführt, S. Hisluire 
de PArt par les munumens pur Scrauz IPAgincourI. Tum. II. 
pag. 96, besonders Q7, wo van Giunta du Pisa die Rede ist. 
Es ist wo"! kein Zweifel, dass die Italiener eigenthiimliche Künstler 
zu jeder Zeit halten, allein wol eben so gewiss, dass die merkliche 
Belebung und Veredlung der Künste, besonders der hlalerei, welche 
im litten Jahrhundert deutlich sich zu zeigen anfängt, eine Wirkung 
der Verbreitung Neugriechischer lidnstwerke und Künsller ish Sehr 
richtig bemerkt Agincoixrt, dass beide Schulen, die Italienische 
und Nengriechische, eine Wechselwirkung und gegenseitigen Einfhuu 
auf einander hatten.  
63 Trombelli gab die Handschrift zu Bologna. 1766 heraud. D. 
VII"? T0 I. p. 278. Dass, wie er meint, diexel- Oderico der 
von Dante im H. Gen. des Fegefeuer: erwähnte Oderigi von 
Guhhiü Sei, ist nicht einzuräumen. 0d erico konnte wol den Reims 
wegen in Orierigi verwandelt werden; aber der Mann war aus Gilb- 
1170. "mit Siena. Derselbe starb um 1300, konnte also nicht 1213 
gearbeitet Imben_ L.
        

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