Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286915
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
957 
und gefunden, dass die Florentiner mehr reflectiren, die Signal- 
dichterischer sind. Er bemerkt, dass die Siener Schule von 
ihrer Entstehung an ein ganz besonderes Talent in der Erfin. 
dung entwickelt, ihre historischen Bilder mit neuen und leben- 
digen Phantasien beseelt, mit Allegorien erfüllt und zu geist- 
reichen, wohl verflochtcnen Gedichten macht Dies rührt von 
dem aufgeweckten und hrausenden Geiste des Volkes her, wel- 
cher den stummen Gedichten der Maler eben so viel Vorschub 
thut, als den gesprochenen der Dichter. Dergleichen, auch 
stegreifelnde, hat die Stadt in Menge, und noch ist die schöne 
Lorlieerkrone öffentlich ausgestellt, welche nach Petrarca 
und Tasso ihr Pcrfetti auf dem Capitol erhielt. Ferner be- 
merkt er, dass jene Künstler sich vorzüglich des Ausdrucks befleis- 
sigten. Diesen zu erforschen, war in einer Stadt nicht schuwrr, 
die aller Verstellung so feind ist, wie Siena, wo man durch 
Sinn und Erziehung in Sprache und Gesicht offen trägt, was 
man im Herzen empfindet. Eben diese Lebhaftigkeit hat vici- 
leicht der Vollendung in Zeichnung Eintrag gethan, worin jene 
lileister nicht so stark sind, als die Florentiner Uebrigrns 
hat die Siener Schule nicht so urcigcnthümliche Charaktere, 
als einige andere, und ihre Künstler aus der besten Zeit ha- 
ben sich durch Nachahmung dieses oder jenes Styls, wie vwir 
sehen werden, ausgezeichnet. Was die Zahl der Künstler an- 
langt, so hat Siena riicksichtlieh seiner Bevölkerung sehr viele. 
Als es volkreich war, hatte es auch viele Künstler; mit der 
Volksmenge verminderte sich auch die Künstlermenge, bis jede 
Spur einer Schule verschwand. 
Die Nachrichten von den Siener Malern der ersten drei Jahr- 
hunderte sind etwas verworren wegen mehrerer Guidi, Mini 
(Giacomini), Lippi (Filippi) Vanni (Giovanni) und 
anderer Vornamen ohne Zunamen; daher man sie mit grosser 
Vorsicht und Umsicht benutzen muss. Sie finden sich zerstreut 
in mehreren Geschichtschrcibern der Stadt, besonders in U 314,-- 
gieriäc Pumpe sanesi, Girulamu Giglits Diario, um! 
mehrern Werken de unermüdlichen G i u. P6006. Auch viele 
Handschriften der dortigen Bibliotheken sind reich an derglci- 
clien Nachrichten, wie die Slorie von Sigismondu Tiziu 
du Castiglione, der von 1482 bis 1528 in Siena lebte; 
il duomo di Siena vgn Alfonso Laudi; der Tmttaro ropru 
, l. Im.  n
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.