Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286879
Die 
Cortonisten. 
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von seinem Vater gleichsam neu geschaffen; der neue und 
prächtige Raum, die neuen Meister, die neuen bereits in ganz 
Europa bekannten Einrichtungen brauchen nicht erörtert zu 
werden. Auch dies in einigen Rücksichten zu verbessernde 
Werk erfreute sich der Gunst des k. Sohns, und ward unter 
dem Vorsitz der Ritter March. Gerini, Prior Rucellai, Senat. 
Alessandri glänzender erweitert. Die bereits in Florenz leben- 
den Meister in jeder Kunst wurden durch den Kupferstecher 
Morghen vermehrt, und mit ihm Staat und Stadt geschmückt. 
Doch von Ferdinand Ill. Verdiensten um die Künste hat der 
oft genannte Ritter Puceini beredsam gehandelt. Man sehe 
seine vor kurzem in der genannten Akademie, deren würdiger 
Secretär er ist, gehaltene und mit Kupfern herausgegebene 
Rede.  
 Im Jahre 1801 begann Ludwig l. in Toscana zu regie- 
ren, der, bald darauf früh dahin gestorben, Prinz Carl L, 
unter Vormundschaft der Königin Maria Louisa, seiner er- 
habenen Mutter, zum Thronfolger hatte. Unter der neuen 
Regierung genossen die Künste neue Unterstützung und An- 
regungen. Die "Akademie hat zu ihrem Gebrauch die reich- 
haltige und auserlesene Salvettisehe Bibliothek erhalten; 
ein höchst IICiÖBIISWETClIGS Geschenk. Eben so ausgezeichnet 
ist der Verein von Meistern in Gyps- und Steinmosaik, und 
in hartem Stein, Gemäldeherstellung, welcher neuerdings 
hier gestiftet worden ist, so wie auch ein Director der Aka- 
demie unter ehrenvollen Bedingungen angestellt worden ist, 
Pietro Benvenuti, welcher sich selbst als trefflich bewäh- 
ren wird m). So sind auch ein neuer Kunstgewinn die Gyps- 
16) Pietro B en v enu ti hat die Hoffnungen erfüllt und Tretflliches 
geleistet, ist aber leider! wenn das Gerücht nicht lügt, der Kunst zu früh 
entrissen worden. Obwol seine früheren Werke mehr theatralischen Prunk 
zeigen, als tiefes innres Leben verkünden, wie seine Judith, welche er 
Arezzo schenkte, so sind sie doch immer geistreicber und eigenthümlicher, 
als die Arbeiten anderer neuer Italienischer Maler, welche unverstän- 
dig und unverstandenes Antikes, lllichelungelisches und Caraccisches 
unter einander mengen. In reifern Jahren leistete Benvenuti 
Gehaltvolleres und in einigen seiner letztern Werke zeigt er sich als 
selbstständigen, freischaffenden Geist, der von keiner Manier abhängt 
und nicht dem Beifall frühnt. Sein grosses Gemälde, welches einen 
Heiligen darstellt, der während der Messe am Altar stirbt, gehört 
zu den nusgezeichnetsten Werken der Malerei und ist vielleicht das 
Beste, was in neuster Zeit geleistet wurde. Sein Verlust wäre dop-
        

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