Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286810
Die 
Curlonislen. 
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solcher Kraft und solchem Zauber, dass sie Guerein0's 
bestem Style nahe kommen; ja eines davon scheint, nach dem 
Urtheil strenger Kritiker, von Guercino selbst. Hätte er 
nur immer so gemalt und sich nicht so. weggeworfen, um jeden 
Preis zu malen! Besser behauptete die Würde der Kunst und 
seine eigene der vorgenannte Pompeo Bat oni, der im 
dritten Buch unter Ronfs Künstlern auftreten wird. Er hing 
den Grundsätzen dieser Schule sehr an, und machte es darin 
seinem ersten Lehrmeister nicht zu Danke, der, als er einige 
Jugcndarbeiten von ihm sah, etwas mehr Schmutzfarbe wünschte, 
indem doch Alles gar zu reinlich sei. Wer seine Meisterwerke 
nicht sehen kann, begnüge sich in Lucca, oder in der Oli- 
vetanerkirche, wo er das Martyrthum des heil. Bartholomäus 
darstellte, oder auch in der Katharinenkirche zu Siena, wo er 
sie malte, wie sie die geheimnisvollen Wunden des Gekreuzig- 
ten empfängt. 
In der kleineren Malerei brauche ich nicht viel Künstler 
zu nennen. Cortonaw Muster hatten auf die geringere Ma- 
lerei nur bei etlichen Verzierungs- oder Figurenmalern zu 
Landschaften Einfluss. Landsehafter, Blumenmaler und die 
übrigen folgten ihren ersten Führern. Chiavistelli z. B. 
wurde von vielen Frescomalern auch dieses Jahrhunderts be- 
folgt, die, ausser dass sie Figurenmaler waren, auch jede andre 
Gattung von Malerei, wie bemerkt, betrieben. Aber vollen- 
dete Perspective und Verzierung in gediegenem Geschmack sind 
besondere Künste für sich, und nehmen den ganzen Menschen 
in Anspruch, wenn sie zur Treillichkeit gedeihen sollen. An- 
giol Rossi, ein Florcntiner, legte "sich darauf, irre ich nicht, 
in Bologna, und übte sie dann mit Beifall in Venedig, wie 
wir von Guarienti wissen. In Bologna lernten auch die 
beiden Luceheser Pietro Scorzini und Bartolommeo 
Santi, beliebte 'l'heatermaler. Francesco llrlelani von 
Pisa hielt sich sehr an Cortona; in der Perspective so ge- 
lehrt, wie sein Bruder in Figurenmalerei, und so seinem Style 
ergeben, dass kein anderer Bautenmaler mit diesem Figuristeu 
Snhritt halten kann. So möchte man, wenn man die Decke 
in S. lllatteo zu Pisa sieht, sagen, es sei ihr acbtungswierthe- 
stes Werk; und so in Siena, und allenthalben, wo sie gemein- 
schaftlich malten. Einen würdigen Schüler bildeten sie in
        

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