Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286801
216 
Florentiner 
Schule. 
Zeitraum. 
Fünfter 
Werke. Der P. Stefano Cassiani, genannt il Certo- 
sino, weil er Karthäuser war, mnlte die Kuppel seiner Kirche 
in fresco, wie zwei Scenen aus dem Leben der Madonna, an- 
derer Werke in den Karthausen von Pisa, Siena und sonst 
nicht zu gedenken, welche alle verstündig und in Cortona's 
Styl sind. Girolamo Scaglia, Schüler Paulini's und 
Gio. Marracciw, führt den Zunamen il Parmegianino, 
Er malte in den Bauwerken nach Berrettini, wie Mor- 
rona (T0. 3. p. 113.) bemerkt; in der Farbengebung hielt er 
sich an Paulini, zuweilen näherte er sich Ricchi. Er hat 
mehr Effect als Zeichnung, oder, wie Titi (p. 146,) nach 
einer in Pisa belindlichen Vorstellung im Tempel urtheilte, er 
ist äiusscrst mühselig und hat wenig Geschmack. Gio. DOm e- 
nieo Campiglia ward in Rom zu den vorziiglichsten Zeieh- 
nern gerechnet, besonders brauchten ihn die Kupferstecher 
gern für Darstellung alter Gegenstände. In der Malerei wal- 
er nicht ohne Verdienst, und zu Florenz sieht man, Misser- 
einigen seiner Bilder, auch sein Bildnis unter den guten Ma- 
lern. Von dem Luccheser Pietro Sigismondi erwähnt 
Titi nicht unrühmlich das Gemälde des grössern Altars zu S_ 
Nieeolb in Arcionezu Rom. ln seiner Vaterstadt weiss ich 
nicht, ob ein Werk von ihm vorhanden ist. Eben so wenig 
von Massei und Pini, welche ich an andern Orten erwäih- 
neu werde. 
Ich sehliesse diese Reihe mit zwei Künstlern, die, wenn 
sie viele ihres Gleichen zu ihrer Zeit gehabt hätten, die M3, 
lerei dieses Jahrhunderts nicht so in Verfall gebracht hätten, 
wie sie Wirklich ist. Gio. Domenico Lombardi lebte nicht 
im Lichte Roms, wie sein Schüler, der Ritter Batoni; aber 
er verdiente es, oder noch mehr. Er bildete seinen Styl nach 
Paullni's Vorbildern, und verbesserte ihn durch Studium 
der besten Venezianer Coloristen und Beobachtung der Bologner, 
Der Genius dieses Künstlers, sein Geschmack, sein gmssel. 
und kecker Charakter verkündet sich in' mehrern in seinen 
besten Jahren mit grossem Fleiss und Lust gemalten Leinwand- 
bildern. Dahin gehören die zwei Seitenbilder am Chor der 
Olivetuner, die den heil. Bernhard, ihren Stifter, darstellen, 
wie er den von der Pest ergritTenen Bürgern beisteht. Zwei 
andere befinden sich in einer Capelle des Heil. Romano, von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.