Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286773
Die 
Cortonisten. 
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cino gegolten hat. Lodovieo ist, obwol Giaeintoü 
Schüler, doch nicht so correct in der Zeichnung, als dieser; 
jedoch übertrifft er ihn in alP den Vorzügen, welche gefiillig 
sind, in lieblichern Gedanken, reizendern Tinten, geistreichern 
Bewegungen, heitererm Einklang. Man möchte sagen, entweder 
Orbetto's, seines mütterlichen Oheims, Styl habe ihn zur 
Nachahmung verlockt, oder Bernini, der seine Studien lei- 
tete, habe ihm diese Richtung gegeben. ln Fresken fand er 
sehr viel Beifall; die in Rom in der Jungfranenkirche hin- 
tcrlassenen werden von den Malern, der Lüfte, Wolken und 
Engelllügel wegen, studirt. Sie lebten beide meistens in 
Rom, wo nicht wenig Kirehen- und noch mehr Saal- und 
Zimmerbilder von ihnen sind. Doch arbeiteten sie auch nicht 
wenig für Auswärtige. In Pistoja sind von Giacinto zwei 
Bilder aus des H. Johannes Leben in der Kirche, dieses Heili- 
gen, und im Dom war ein trelilich gehaltenes Bild des heil. 
Rochus. Ein schönes Bild malte Lodovico für die jetzt zur 
Pfarrkirche gewordene untere Capuzinerkirche. 
Beide überlebte Lazzaro Baldi, eine zweite grosse 
Zier der Schule Pietro' und seines Geburtsorts Pistoja. 
Dort kann man ihn in zwei Bildern kennen lernen, der Ver- 
kündigung in S. Francesco, und der Ruhe in Aegypten in 
der Madonna della Umilta. Dies ist ein majestätiseher achtecki- 
ger Tempel von Ventura Vitoni, auch einem Pistojer 
tüchtigen Schüler Bramantzfs, erbaut, mit einer Kuppel, 
welche zu den grössten in Italien gezählt wird. Uebrigens 
liess sich auch Baldi in Rom häusslich nieder, und arbeitete 
hier und für den Kirchenstaat viel. Eines seiner fleissigsten 
Bilder ist inVCamerinNPetrus, welcher die päpstliche Gewalt 
überkommt. Ein neuerer Künstler ist Gio. Domenico Pia- 
strini, Luti's Schüler, der in der Vorhalle der Madonna 
della Umiltä in vier grossen Räumen auf den Tempel bezüg- 
liche Geschichten darstellte, und zu Rom in S. Maria in via 
lata mit den b_esten Marattisten wetteiferte. Hier ist es 
nicht am nnrechten Orte, des Gio. Batista Cipriani zu 
erwähnen, der in Florenz geboren ward, jedoch aus einer Pi- 
stojer Familie stammt a); 11m S0 mehr, da er in der Umgegcnd 
8) S. Snggio ismrica delhz R. Galleria da" Firenze Vol. II. p. 72. 
Ein gelehrten, auch wegen der Urkunden schätzbares Werk des Hrn. 
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