Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286769
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Florenlincr 
Schule. 
Fünfter 
Zeitraum. 
sieht man zwei Madonnenbilder auf Kalk; in S. Lorenzo ein 
Bild des Kirehenheiligen und anderer; und immer blickt ein 
Caraccischer Geschmack durch, besonders in der weiten, 
wohl gefalteten und kunstreieh behandelten Tracht. In den 
Wegweisern in Venedig und Rom werden mehrere Bilder von 
ihm erwähnt, und in dem vonxLivorno findet man im Dom 
nur die fünf sehr fleissig gemalten Heiligen. Orlandi ge- 
denkt auch des Tommaso Lancisi, eines Schülers von 
Scaminossi, und seiner beiden Brüder, und setzt hinzu, 
Malerei sei ein altvorderlieher Ruhm dieser Familie. 
Aus Berrettinfs Vaterlande ist mir nur Ein Jünger 
von ihm bekannt, Namens Adriane Palladino, und dies. 
bloss durch Orlandi; sonst habe ich weder etwas von ihm 
gesehen, noch ihn von einer lebenden Seele nennen hören. 
Arezzo hat einen Uebcrfluss an Cortonisehen Arbeitem 
Salvi Castellueei, ich weiss nicht ob Pietro's Schüler 
zu Rom oder zu Florenz, ahmte dessen Styl sehr nach, und 
übte ihn ganz fertig nach Brauch der Schule. Im Dom um] 
in andern Kirchen führte er schöne Bilder aus, ausser vielen 
dortigen Cabinctgemälden, welche wegen der Leichtigkeit und 
der guten 'l'inten immer aehtungsiverth sind. Ein Wandge- 
mülde von ihm, Madonna unter den Schutzheiligen der Stadt, 
belindet sich in einem öffentlichen Palaste. In Oelbildcrn [ab 
stet er nlehr. Er hatte einen Sohn, den er, vielleicht zum 
Andenken des Meister-S, Pietro nannte. Auch dieser malte 
im Corto irischen Styl, blieb aber hinter Salvi zurück. 
Pistoju (lagegen hatte zwei Gimignani: Giacinto, den 
Vater, und Lodovico, den Sohn, über deren Vorzug man 
noch streitet. Giacinto kam aus Poussin's in BerrettL 
niH-zcschule; und wie er sich in Zeichnung und Zusammen- 
stellungunehr an den ersten Meister hielt, so bildete er sich 
im Colorit und im Geschmack der Bauwerke mehr nach dem 
zweiten. ln Frescobildern eignete er sich ihn ganz an. du die- 
sen wetteiferte er mit Camassei und Maratta in der Tauf; 
capelle des Heil. Gio. Laterano, wo sie Scenen aus Constanting 
Leben malten; andere Proben davon hinterliess er in Rom an 
mehreren Orten, zu Florenz im Palast Niccolini und anderswo, 
lllßflßblnal eifcrte cr auch Guercino nach, wie in jenem Lean- 
der der k. Gallerie zu Florenz, der lange für einen Guer,
        

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