Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286703
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Floreminer 
Schule. 
Fünfter 
Zeitraum. 
zählen; eine Sammlung seiner Studien findet man bei Pacini, 
welche Mengs der Leichtigkeit und Zierlichkeit wegen mehr- 
mal betrachtet und gelobt hat Viele seiner Zeichnungen hat 
nebst seinem Leben Ignaz Hugford herausgegeben. Seine 
Farbe ist zuweilen etwas matt, meistens aber nicht zu tadeln; 
im Fleische besonders ist sie wahr, saftig und sanft gebundem 
Das Meiste, was man an seinem Styl ausstellen kann, betrifft 
seine Gewänder, die er zwar mit gewohnten: F leisse betrachtet 
und studirt hat, die aber in der Ausführung etwas schwer, zu 
eng und in der Farbe nicht ganz richtig ausfallen. In leieh- 
ten artigen Gegenständen hat er viel Verdienst. Im Hause 
Pitti und andern edlen Florentiner Familien sieht man von ihm 
Genientänze und ähnliche Vorstellungen von Kindern, welche 
denen des Baciccio wenig nachstehen; eine der lieblichsten 
ist in einem Zimmer der Herren Orlandini; auch die Mareh. 
Riccardi haben eine in ihrer Sammlung. Sein grösstes und 
berühmtestcs Wandgemälde ist die grosse, nicht ganz beendete 
Kuppel von Cestello. Seine Oelgemälde werden auch in den 
fiirstl. Bildcrsälen geschätzt. ln Kirchen sind ebenfalls manche 
Bilder von ihm, aber ungleichen iVerths; doch beweiset sein 
heil. Philipp bei den Vätern des Oratorio, dass R edi mit Recht 
behaupten konnte, damals habe in Rom ausser Maratti ihn 
kein Maler verdunkeln können 5]. 
Das Verzeichnis seiner Schüler ist stark; manche darun- 
ter mögen auch, wie es jedem Meister geht, andern angehg; 
rcn. G3bbiüfl0'S und Florenzens Stolz war Benedetgo 
Lnti, der in dieser Schule gebildet nach Rom ging, um sich 
unter Ciro Ferri zu bilden, als aber dieser gestorben war, 
sich aus eigenen Mitteln und nach den dortigen Kunstdenknia- 
len bilden musste. Der Styl, den er dort gewann,  kann ein 
Erzeugnis mannichfaltiger Nachahmung seyn, gewählt in der. 
Form, lieblich und leuchtend in der Farbe, kunstreich in der 
Vertheilung von Lieht und Schatten, harmonisch für das Auge, 
Wie nur ein Sprecher für das Ohr, der mit seinem Wohllaute 
die Menge bezaubert, die ihn fühlt, ohne zu wissen, woher er 
kommt. Wir werden ihn in jener Hauptstadt als lllcister neue" 
Styls wieder finden, können aber in Toseena ausscr dem Hause 
Lelt. 
115m
        

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