Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286680
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Florentiner 
Schule. 
Fünfter 
Zeilraunl. 
Yincenzio Dandini, Ciisar's Bruder, ging aus des 
Bruders Schule in die des Pietro, oder eigentlich in die R6- 
mische über, wo er unermüdet das Beste in den drei Künsten 
copirte. Mit diesem Grunde, den er gelegt, und durch seine 
Uebung in Anatomie und Zeichnung des Nackten, die er, auch 
erwachsen noch, in Florenz fortsetzte, übertraf er Cäsar in 
Zeichnung und Weiche des Colorits; auch war er fleissiger, und 
überlcgter in den Gewändern und allen Theilcn der lllalerei 
In der Kirche Ognissanti sind eine Empfängnis und drei an- 
dere Bilder von ihm. Er arbeitete für die Landhäuser des 
Fürsten; in dem Weichbild von Poggio Imperiale uralte er eine 
schöne Vertiefung, wo er Aurora von den Horen begleitet per- 
speetivisch darstellte; für da Weichbild von Petraja malte c,- 
das Opfer der Niobe in Oel. Den Schüler des Cortuna er- 
kennt man deutlich in ihm. In einem Sohne und Schüler 
Pietro ist dieser Styl schon in Hßndwerksmässigkeit und Mu_ 
nier ausgeartet; Dieser Maler übertraf die andern Dandini 
an Talent, und lernte, weil er mehr, als sie alle, reisete, 
auch die Ausländer mehr kennen. Hätte er sie nur nicht auch 
in der Elrwerblust überboten! Um dieser Habsucht willen un- 
ternahm er zu viel, und begnügte sich mit einer gewissen Mit_ 
telmüssigkeit, die er durch eine stets lsewundernswerthe Frei- 
hcit des Pinsels zu vergüten sucht. Wo er grossmüthiger be- 
zahlt wurde, zeigte er sich als tüchtigen Maler, wie in einer 
Kuppel zur heil. Maria Magdalena, in mehrern Wandbildern 
für das Fürstenhaus in der Stadt und auf Landsitzen; in dem 
reichen Bilde, das er zu Florenz im ölfentlichcn Palast malte, 
der Einnahme Jerusalems. Auch nlalte er seiner würdige Star; 
feleibilder, wie das des heil. Franciscus in S. Maria Maggiol-e, 
oder das des Piccolomini bei den Serviten, der eben Messe [ß 
sen will, ein angenehmes und in den Bewegungen geistvolleg 
Bild. Ottaviano, sein Sohn, zeigt sich auch als seinen 
Jünger in einigen Lunetten im Kloster zum heil. Geiste, in 
einem Bilde mehrerer Heiligen zu S. Lorenzo, und wo er sonst 
arbeitete. Eines seiner grössten Werke befindet sich zu Pesciu 
in der Magdalenenkirche, deren Himmel er allf Kalkgrund 
malte. 
ihre 
Die Fannilie Dnndini zog viele Schüler; und diese, wie 
Nachkommen, hubun die Cortonischc Schule aufrecht er-
        

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