Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283926
Ueber 
Lanzfs 
K unstansicht. 
Indem wir den Freunden der Kunst in unserm deutschen 
Vaterlande Lanzi's Geschichte der Malerei überliefert), 
scheint es uns erforderlich, den Standpunct zu bezeichnen, 
aus welchem dieser Schriftsteller die Werke der Kunst 
betrachtete und bcurtheilte. Ohne diese vorgängige Prü- 
fung seiner Kunstansichten würden wir uns im Laufe des 
Vortrags selbst, nur zu oft, genöthigt sehen, ihm gleich- 
sam inis Wort zu fallen. 
Lanzi betrachtete Gemälde als Nlerktviirdigkeiteti, 
Welche zu sammeln und zu verzeichnen verdienstlich sei, 
und hätte gewiss mit ebendemselhenl Interesse, freilich aber 
auch mit derselben Gemiithlosigkeit, wie Kunstwerke, so 
Conchylien, Mineralien, oder andere Scltenheiten beschrie- 
ben, wenn er Vorsteher eines Naturaliencabinets gewesen 
wäre. Er scheint unter die Leute zu gehören, welche 
ein reines Vergnügen am Sammeln finden, gleichviel was 
es sei, wie es denn wirklich Personen gegeben hat, wel- 
che Pfeifenköpfe, Schuhe, ja sogar ekelhafte Dinge, ge- 
sammelt haben, und es wol noch welche giebt, die 
Bibliotheken anlegen, ohne je ein Buch zu lesen. 
Aus dieser Eigenheit des Verfassers gehen nun theils 
die Schwächen des vorliegenden Werks, theils aber auch 
wieder die Vorzüge desselben hervor. Die Schwächen sind, 
dass er in gleichem Maasse das Entgegengesetzteste ein- 
ander gleichstellte, und den Gehalt der Worte nicht er- 
wog, worauf wir später zurückkommen werden. NVill 
nun aber das Gliick, dass ein solcher Mann, der bloss 
im Sammeln und Kundenehmen seine Lust tindet, auf 
etwas Wirklich Werthvolles verfällt, wie dies bei Lanzi 
der Fall istyso geht daraus eine recht vollständige, tiicix- 
tige und brauchbare Arbeit hervor. Eine solche ist Lan- 
zi's Werk in der That, verdient also auch darum den 
grossen Ruf _und Beifall, welcher ihm gezollt wird. Ju,
        

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