Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286558
Cigoli 
und 
seine 
Jünger. 
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mit ihm verwechselt wird. Das Fegefeuer, welches er im Suf- 
fi-agio malte, und die Heiligen in S. Francesco, zwei Bilder in 
dem Hause Boecella, und viele andere hier und da in der Stadt, 
verdienten, dass Malvasia ihn in das Verzeichnis der Zög- 
linge Guidoßs aufgenommen hätte. Darin fehlt aber ausser 
diesem auch Pietro Ricchi, ebenfalls ein Luccheser, der 
aus Passignanws Schule nach Bologna ging. Allerdings 
kann man hinsichtlich dieses Künstlers doch zweifeln, dass 
Guido sein Lehrer gewesen, wenn gleich Baldinucci und 
Orlandi es behaupten; demrBoschini, sein Freund, spricht 
davon kein Wort; er sagt bloss, Ricchi habe bereuet, nicht 
in Venedig studirt zu haben. Wie dem aber sei, soviel ist ge- 
wiss, dass er Guid o's Formen oft nachahmte; in Zeichnung 
aber und Farbengebung hielt er sich meistens an Passignani, 
ja er eignete sich von ihm die Venezianer Schule an, wie wir 
erzählen werden. Zu S. Francesco in Lucea sind zwei Bilder 
von ihm, andere in Privathäusern; geringe Beläge seiner frucht- 
baren Eriindsamkeit, seiner schnellen und fast unermüdlichen 
Hand. Er malte in mehreren Städten Frankreichs, im Mai- 
ländischen, noch mehr im Venezianer Gebiet, und starb zu 
Udine, in dessen handschriftlichem Wegweiser er zuweilen gc- 
nannt wird. 
Lange aber lebte und lehrte in Lucca Pietro Paolini, 
laut der Geschichte ein Zögling der Römischen Schule, wie- 
wol, seinen Bildern nach zu urtheilen, man darauf wetten 
möchte, dass er aus der Venezianer Schule sei. In Rom ar- 
beitete er häufig bei Angiolo Caroselli, der sich nach 
Caravaggi gebildet, aber geschickt und jedem Style gerecht 
war. Bei ihm bildete sich Paolini zu einer guten Zeichnung, 
breiten kecken Farbengegensätzen und kräftigen Tinten, so 
dass man ihn bald mit Tizian, bald mit Pordenone vcr- 
glichen, ja auch unzweideutige Nachahmungen Veroneseßg 
bemerkt hat. Das Martyrthum des heil. Andreas in S. Miehele, 
und das grosse Leinwandbild in der Bibliothek S. Frcdiano, 
fast sechzehn Ellen breit, könnten allein einen Maler unsterb- 
lieh machen. Er hat darauf den Papst Gregor vorgestellt, wie 
cr Pilgern ein Gastmal bereitet; ein prächtiges, auf Paßlglg 
Weise mit Gerüth und schönen Fernen verziertes, iigurenreiches 
Gemälde, von einer Mannichfaltigkeit, I Harmonie und Schön-
        

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