Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286507
216 
Florentiner 
Schule. 
Vierter 
Zeitraum. 
kennt, ist das Murtyrthum der heil. Dorothea bei den Conven- 
tualen in Peseia. Das Blutgerüst, der Henker, der Präfeet zu 
Pferde, der Befehl giebt, sie zu tödten, die Menge der Umsteh- 
enden von verschiedenen Gesichtern und Empiindungen, die 
ganze Anstalt zu einer ölTentlichen Hinrichtung fesselt, und be- 
zaubert Kenner und Niehtkenner. Vor allen rührt die heilige 
Blutzeugin, welche knieend, mit auf den Rücken gebundenen 
Händen, in ruhiger Erwartung gern ihr Leben hingiebt und 
schon von den sie umsehwebenden Engeln die ewigen mit Blut; 
erkauften Lorbeeren erhält. In andern Bildern ist er einfa, 
eher, wie im S. Diego zu Ognissanti, oder in den Engeln liei 
den Scolopischen Vätern; immer aber ist er ein Maler, der 
gefällt und beweiset, dass er fühlt, was er malt. Er arbeitete 
viel für Privathüuser. ln kleinem Bildern ist er vollendet und 
geleckt, als wären es Miniaturen, worin er auch sehr geschickt 
war. Agostin Caracci und andere Kupferstecher haben 
Mehreres von ihm IIerausgegebenIF). 
Keinerseiner Florentiner Schüler ist so berühmt, wie D0, 
nato Mascagni, der sich in den ersten Zeiten so unter- 
schrieb, wie auf zwei Bildern aus der heil. Geschichte, beim 
Abt Giachi zu Volterra. Nachdem er in den Servitenorden 
getreten war, nannte er sich F. Arsenio; und aus diesgr 
Zeit sind mehrere Bilder von ihm" in Florenz in einem nicht 
gar weichen und fetten, aber fleissigen Style. In demselben 
Geschmack sind einige Wunder der Nunziata, die in Lotti_ 
ni's Werke gestochen und erklärt sind. Grosse Ehre macht 
ihm das Bild in der Bibliothek des Klosters zu Vallombrogm 
Es stellt die Schenkung des Staates Ferrara an den päpstlichen 
Stuhl durch Gräfin Mathilde dar, wie Einige geglaubt haben; 
eher wol einige von ihr dem Vallombrosischen Orden ertheilte 
Freiheiten und Geschenke; ein reiches Gemälde und des Künst- 
lers höchster Ruhm!   
Durchläuft man andere Städte Toscanais, so findet man 
manchen Maler, der Häuser und Kirchen wohl versorgen konnte, 
Frnncesco Morosini, der Montepulcianer genannt, kann 
man auch in der Stephanskirche zuuFlorenz kennen lernen, 
wo er die Bekehrung Paulii im Styl seines Meisters Fidani 
15) S. Peizztre gravcur. 
N. 34. 
Vgl, 18. Augustin Caraclze La Sie. vierge, 
 63'
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.