Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286447
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Schule. 
Florentiner 
Vierter 
Zeitraum. 
onst wol manche Väter ihren Söhnen geholfen haben,_un1 ih- 
nen zu Rufe zu verhelfen. Von Michelangelo Palloni 
da Campi, einem Schüler desVolterrano, kennt man in 
Florenz ein gutes Abbild des Furius Camillus von Salviati 
im alten Palast, neben dem Urbild. Er lebte und arbeitete 
viel in Polen. Einen wackern Schüler Baldassarßs hat 
Baldinueci übergangen, Namens Benedetto Orsi. Pescia, 
seine Vaterstadt, schreibt ihm im S. Stefano den Evangelisten 
Johannes zu; ein sehr schönes Bildl Auch hatte er für die (je- 
sellschafl: der Edeln die Werke der Barmherzigkeit dargestellt 
in Oelbildern, welche man Fremden unter den Stadtmerkwvür- 
digkeiten zägte, die aber, als dieser Verein aufgehoben wurde, 
zersreut wurden. Noch ist eine grosse Lünette von ihm, die 
er zu Pistoja in S. Maria del letto gemalt hatte, welche von 
Kennern unter die schönen Werke des Volterrano gezählt 
ward, bis eine üchtc Urkunde den wahren Künstler entdeckte, 
Zuletzt in dieser Reihe nenne ich Arrighi, Fr anceseh i_ 
ni-'s Landsmann und liebsten Schüler, der vielleicht nichts 
gemalt, woran der Meister nicht viel Antheil hatte. S. Giacli; 
T6. II. p. 202. 
.Nach Francesehini, gewissermassen dem Lanfranco 
der Rossclfschen, ja Florentinerl Schule, gehe ich zu Fr an- 
cesco Furini über, ihrem Guido und Albano. Dafür ha- 
ben ihn auch Auswärtige angesprochen, wesshalb er nach Ve_ 
nedig berufen wurde, bloss um eine Thetis,'als Gegenstück 
zu einer Europa von Guido Reni, zu malen. Solche Künstler 
hatte er "in Rom gesehen und scheint ihnen mehr nachzueifem, 
als nachzuahmen. Seine Gedanken wenigstens scheinen wedel- 
von ihnen, noch von andern dargestellt worden zu seyn; el- 
brachte lange darüber zu, und pflegte, wenn er seine Studien 
zu einem Gemälde gemacht hatte, es für fertig auszugeben; o 
Wenig Zeit und Mühe kostete ihm die Vollendung! Als er un- 
gefähr im vierzigsten Jahre zum Priester geweiht und Pfarrer 
zu S. Ansano in Mugello wurde, malte er für das benach- 
barte DortHSan Lorcnzo einige wahrhaft köstliche Bilder, theils 
weil sie von dieser Hand selten, theils weil trefflich ausge- 
führt. Vor allen bewundert man einen Francesco, der die 
Wundmale empfängt, und Mariens Himmelfahrt, welche, alles 
Irdischen entkleidet, wirklich zu fliegen und zu leuchten scheint.
        

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