Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286422
203 
Florentiner 
Schule. 
Vierter 
Zcilramn. 
sagt: das malte Giovanni, als er schon merkte, dass er 
eingrosser Mann war. Seine Bilder auf {Holz oder Leinwand 
werden weniger bewundert, und nie ist er von Rohheit frei, 
Er hatte einen Sohn, der Künstler war, Gio. Garzia genannt, 
der sehr verständige Wandbililcr in Pistoja hinterlicss. 
Baldassare Franceschini, von seinem Geburtson 
Volterrano, oder auch, um ihn von Ricciarelli zu 1m- 
terscheiden, der jüngere Volterrano genannt, schien vor 
allen Jüngern Rossellüs geeignet, Kuppeln, Tempel um] 
grosse Säle zu verzieren, in welchen Arbeiten er sich mehr als 
in Zimmergemälden auszeichnete. Die Kuppel und die Decke 
der Capelle Niccolini in S. Croce ist sein glücklichstes Wal-l; 
in dieser VGattung, und kann auch einen Bewunderer Lan- 
franco's überraschen. Auch die in der Nunziata ist sehr schön ; 
noch weniger ist die Decke einer Capelle in S. Maria Maggiom 
zu übersehen, ein so wohl verkürzter Elias, dass er an den 
berühmten Rochus Tintoretto's erinnert, so täuscht er das 
Auge! Giovanni da San Giovanni hatte ihn zu seinen 
Arbeiten im Palast Pitti als Gehülfeu angenommen, ward aber 
so eifersüchtig auf sein Talent, dass er ihn bald verabschie- 
dete. Sein Feuer wird von Ueberlegung und Anstand gemäß- 
sigt, seine ursprüngliche volksthümliche Zeichnung durch Nach_ 
ahmungv anderer Schulen freier und grösser. Diese kennen zu 
lernen, sendeten ihn seine Gönner, die March. Niccolini, einige 
Monate auf Reisen. Die Parmigianer und Bolognescr Schule 
waren sehr ergiebig für ihn. Er lernte auch Pietro di Cur- 
tona kennen und theilte einigeAnsichten und Grundsätze mit 
ihm; was auch sonst in diesem Zeitraume nichts Seltenes ist. 
Volterrano malte viel Frescobilder in Florenz, wie 
in Rom im Palast Bufalo, ein anderes zu Volterra, welche 
Baldinucci angeführt hat. Das Lob, das dieser ihm er. 
theilt, cheint eher karg, als übermässig, wenn man theilweiso 
die rigentbiimliche Erlinduxlg, die an Grossmalcrn, oder sage- 
nannten Illacchinisten, so seltene correcte Zeichnung, die Stärke 
in der Perspectiirc, das Gcistrciche und Muntere in den Bewc. 
gungcn, die Sauberkeit der ernsten, wohl abgewogenen und ver. 
einten Farben, den angenehmen und ruhigen Einklang erwägt, 
Dieselben Gaben leuchten verhältnissmässig auch aus seinen 
Oelgenxiilden hervor. So sein heil. Filippo Bznizj in der Nun-
        

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