Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286414
Cigoli 
und 
seine Jünger. 
207- 
dass er gegen die Seinen jenes Vaterherz hatte, das Quinti- 
lian vor allem von Meistern fordert; daher er auch Haupt 
einer nchtnngswverthcn Malcrscbule wurde, welche jetzt be- 
schrieben werden soll. 
Giovanni da S. Giovanni, mit Zunamen Mannozzi, 
kann einer der besten bVandmaler genannt werden, welche lta- 
lien hatte. Von Natur mit einem Feuergeiste, einer lebhaften 
und fruchtbaren Einbildungskraft, einer fertigen, freien Hand 
begabt, malte er soviel im Kirchenstaate und in Piom selbst, 
besonders in der Kirche der vier Heiligen, auch in Toscuna, 
in Florenz und im Palast Pittim), dass es kaum glanblich 
scheint, dass er erst im l8ten Jahre die Kunst zu lernen ange- 
fangen und im 48sten zu arbeiten und zu leben aufgehört 
habe. Er ist sehr fern vpn dem gediegenen Style seines fvlei- 
sters, luisbraucht vielmehr Horazens berühmten Ausspruch, 
erlaubt sich Alles und zieht in gar vielen Arbeiten seine Laune 
der Kunst vor. Unter Engelchöre mischte er toll genug En- 
gelinnen, wenn anders dies seine, nicht des Ritters dälrpino, 
oder, wie Andere glauben, vielmehr Alessandro Allorißs 
Erfindung ist. Was er aber auch thut, so zu sagen, um sich 
miszuenxpfehlen, es gelingt ihm nicht. Sein Geist ist der 
übrigen Künstlermenge allzu überlegen; und seine Bildenin 
Florenz, wo er sich den Zaum anlegte, beweisen, dass er 
mehr leistete, als er wollte. Unter diesen ist eine Flucht nach 
Aegypten, die aus einer Mauer gesägt und von dem Kriegs- 
baumeister Paoletti in einen Saal der Akademie geschärft wor- 
den ist; einige Lünetten in Ognissanti, die Vertreibung der 
Wissenschaften aus Griechenland, wo der blinde Homer ist, 
der höchst natürlich tastend einhergeht, Man erzählt, Pietro 
di Cortonla habe, als er einWerk von ihm gesehen, das ihm 
keine Ehre machte, es darum nicht verachtet, sondern nur gg- 
i 
103 Es ist da. ein grosser Saal. wo er mit üißilierißßher Phantasie 
den Schulz darstellte, welchen Lurenzo (in? Medici flen KNissenschal-L. 
ten angedeihen liess, Bei manchen Freiheiten seines Jahrhunderls 
und seiner Natur hat es doch herrliche Gedanken und Figuren; und 
es herrscht ein solßhes Streben darin, die Basrelieis in der lßialerei 
nachzuahmen, dass die Erfahrensten hintergangen worden sind und 
geglßubt haben, sie spriingen aus den Wänden hervor. Dies mm 
ihm unbeendete Werk vollendeten Pagani, Monlelatici und im  
rini durch einige andere Lünelten. L.
        

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