Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286384
201 
Florcntinex- 
Schule. 
Vierter 
Zeitraum. 
Jacopo da Empoli, Schüler des S. Friano, trägt 
in seinen meisten Werken das Gepräge seiner ersten Erziehung; 
er nahm später einen zweiten Styl an, dem weder markige 
Zeichnung, noch anmuthiges Colorit fehlt. Von dieser Art ist; 
sein Heil. lvo, der, in einem Cabinet der Galleric unter he- 
rühmten Malern aufgestellt, die meisten Fremden vor allen über- 
raseht. Andere Bilder führte er nach denelben Grundsätzen 
aus; wcsshalb er in die gute Zeit zu rechnen ist. Maler kün_ 
nen nicht, wie Schriftsteller, ein Werk wieder auflegen, um 
es zu verbessern; ihre zweiten Auflagen, nach welchen sie be- 
urtheilt werden müssen, sind die zweiten bessern Bilder, als die 
ersten. Zwei Wandgemälde dieses J a c o p o lobt M oreni 
(P. II. p. 113.), eines in der Karthause, das andere im Klo- 
ster von Boldrone; sie zeigen seine ungemeine Geschicklichkeit 
in dieser Gattung; als er aber vom Gerüste der Karthause ge- 
fallen war, war ihm auch diese Gattung verleidet, und malte 
er stets lieber in Oel. Empoli malte auch liebliche Sti1]_ 
leben, wie Eingemachtes und Leckcreien grosser 'I'afeln, und 
war darin sehr tüchtig. 
Dieser Künstler unterrichtete, wie gesagt, Vanni in den 
Anfangsgründen der Kunst, länger noch aber Felice Fiche- 
relli, einen höchst ruhigen und in allem Thun gemächlicher; 
Mann, der, um nur auch die Zunge nicht zu rühren, schwieg, 
bis er gefragt wurde, wesshalb ihn die Florentiner Felice Ri- 
poso nannten. Er malte nicht gar viel; was aber von sei- 
ner Staffelei kam, konnte als Muster ileissiger Malerei gelten, 
es war einfach, natürlich, höchst durchdacht, ohne es zu vey- 
rathcn. Ein Bild von ihm ist in S. Maria Nuova di S. Anto_ 
nio, welches er mit seinem sehr vertrauten Freunde, Cristo- 
fano Allori, besprochen zu haben scheint; eben so auch ein 
iweites, In Sammlungen kommt er nicht häufig vor, nimmt 
sich aber immer gut aus, durch anmuthige Zeichnung, gu_ 
ten Farbenauftrag und Mürbheit; in der RinuccinPschen ist 
Adam und Eva, aus dem Paradiese vertrieben, dieser Samm- 
lung würdig. Er lieferte von Pietro Perugino, Andrea 
del Sarto und andern Meistern Copien, die für Urbildcr gel- 
ten konnten; und dieser Uebung verdankte er scine höchst 
zierliche, ileissige Malerei.
        

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