Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286362
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Florentiner 
Iälchule. 
Vierter 
Zeitraum. 
'I'Vnndbihier in Florenz, Fiesolc und im Kirchenstaatc waren. 
Anastagio Fontebuoni starb jung; doch haben wir von 
ihm nicht wenig Vferke in Rom. Eines seiner belobtestenl 
sind in S. Giovanni zu Florenz zwei Sceneq aus Mariens Le- 
ben. Durch die Uebernxalung hat es, wenn ich nicht irre, 3c- 
litten. 
Cristofano Allori, der, weil er den neuen Grund- 
sätzen der drei obengenannten Künstler huldigte, in steter 
Uneinigkeit mit seinem Vater und Meister Aless andro lebte, 
ist nach dem Urtheile Vieler der grösste Maler dieses Zeit. 
rnums. Betrachte ich seine in einem nicht allzulangen Leben 
erreichte Treiilichkeit, so scheint er mir gewissermnssen der 
Cantarini seiner Schule. Auch gleichen sie einander in 
Schönheit, Anmuth, Vollendung der Figuren; nur ist das Ideale 
inSirnone schöner, das Colorit des Fleisches bei Cristofano 
glücklicher. Dies ist um so mehr zu verwundern, da. er we- 
der die Caraeci, noch Guido kannte. Alles ersetzte bei 
ihm ein durchdringender Verstand und ein beharrlicher Fleiss; 
denn nie legte er den Pinsel nieder, bevor nicht die Hand vo11_ 
kommen dem Geiste Gehorsam geleistet. Darum und wegen 
seiner Laster, die ihn oft von der Arbeit abzogen, sind Bilde;- 
von ihm sehr selten und ist er minder bekannt. Der heil. 
Julian der Gallerie Pitti ist der grösste Beweis seines Talents, 
und wenn nicht das erste, doch gewiss unter den zweiten das 
erste Stück dieser reichen Sammlung. Nach diesem wird ein 
Gemälde des seligen Manetto bei den Serviten gelobt, ein 
kleines, aber in seiner Art treflliches Bild. 
Man vertraute ihm viele junge Leute zum Unterricht in 
der Malerei an; aber nur wenige hielten bei ihm aus, theils 
wegen seiner Müssigkeit, theils wegen der Grobheit der Mit- 
schüler. Er zog, wie wir am gehörigen Orte sagen werden, 
einige Lnndsehaftcr und einige Copisten, die man wegen des 
Colnrits und seiner Nachbesserungen wegen schätzt; wie V3- 
lerio Tanteri"), F. Bruno Coigtosino, Lorenzo Cer- 
rin i. Diese und andere der Schule setzten die Gioviische 
7 
Heimsuchung mit 
 L. 
f 
7) Von ihm ist zu S, Antonio in Pisa eine 
uem Kannen; ein schwaches Bild von 1606. 
nei-
        

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