Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286339
Cigoli und 
seine 
Jünger. 
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und eine olfenere und häufigere Nachahmung P uo l Psehen Pomps 
zu verbinden. In den Köpfen ist er nicht ausgesucht, aber 
sehr lebhaft, wie man zu S. Gaetano und S. Marco sehen 
kann, wo viel Bilder von ihm sind, und das erste, die Erhöh- 
ung des Kreuzes, unter seine besten Arbeiten gerechnet wird. 
Die Bilder, welche elr mit Fleiss malte, worin er sich selbst 
nicht genügen zu können schien, wurden von seiner Schule 
zuweilen mit den Anfangsbuchstaben seines Namens wiederholt, 
besonders wenn er sie überarbeitete; zuweilen auch ohne sie. 
Keines verdiente so oft wiederholt zu werden, als die Flucht 
des keuschen Joseph, die im k. Museum jeden Beschauer fest- 
hält. Man sieht sie in mehrern Hüusern von Florenz, und 
ausserdem in vielen Sammlungen, in der Barberinischen zu 
Rom, der Obizzischen zu Cnttajo und anderswo. 
B il iver t"s zierreicher Styl fand viele Nachahmer, welche 
hier und da in Gallerien und Kirchen für Venezianer gelten 
könnten, wenn sie mehr geistige Munterkeit und bessere Farbe 
hätten. Bartolommeo Salvestrini gilt als der erste von 
allen; aber er ward in seiner schönsten Blüthe von der Pcst 
im Jahr 1630 dahingerafft. Orazio Fidani, ein sorgfäl- 
tiger Künstler und im Styl seines Meisters wohl geübt, arbei- 
tete viel für Florenz, wo namentlich sein Tobias, ursprünglich 
für die Gesellschaft della Scala gemalt, jetzt anderswo belind- 
lieh, gelobt wird. Franceco Bianchi Buonavita 
brachte wenig in das Publicum, weil er zumeist alte Gemälde 
copirte, welche der Hof an auswärtige Fürsten schickte, und 
kleine Cabinetstücke, welche ebenfalls jenseits der.Alpen sehr 
gesucht wurden. Er malte sie auf Jespis, Achat, Lasurstcin 
und andre harte Steine, welche durch ihre Flecken die Ma- 
lerei unterstützten, Agostino Melissi trug viel zu den 
'l'eppichen der königlichen Familie bei, wozu er Cartons nach 
Bildern von Andrea del Sarto und eigene Zeichnungen 
machte. Er hatte auch Geschick in der Oelmalerei, in welcher 
Gattung, Baldinucei vor allen seinen Petrus im Vorlmusu 
Pilati lobt, den er für die Familie Gaburri malte. Fran- 
ceseo Montelatici, nach Einigen ein Pisaner, nach Andern 
Florentiner, seiner Zanksucht wegen Cecco Brave genannt, 
ging sehr von Giovannüs Styl ab, oder mischte ihn duch 
mit dem PassignanPschen; ein wunderlichcr, geistreiehcr
        

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