Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286289
Vierter 
Zeitraum. 
Cigoli 
und 
Malerei 
der 
seine Anhänger geben 
bessern Schwung. 
einen 
wrährend die Florentiner fast nur Ein Muster und seine an- 
gesehensten Nachahmer anschauten, erging es ihnen, wie den 
Dichtern des funfzehnten Jahrhunderts, die nur auf Petrareg 
und die Petrarchesken sahen, d. h. sie waren einander im 
Style höchst ähnlich und nur dem Grade, der persönlichen 
Geehiekliehkeit und dem Geiste nach von einander ver- 
schieden. Etwas minder einföriuig wurden sie, wie bemerkt, 
nach Titi. Immer aber blieben sie matt im Colorit und 
mussten in eine neue Bahn gespornt werden. Endlich kam 
diese Zeit, um 1580, wo sie sich von ihren heimischen M11- 
stern zu fremden wendeten, und nun in der Stadt mehrere 
und kräftige Style entstanden, wie wir in diesem Zeitraume 
bemerken werden. Er begann mit zwei jungen Malern, I, 0.. 
dovico Cigoli und Gregorio Pagnni. Diese, erzählt 
Baldinucei, von Baroccißs Ruf und einem Bilde, das er 
eben von Urbino nach Arezzo gesendet hatte, und das jetzt in 
der Florentiner Sammlung ist, angezogen, gingen zusammen 
es zu sehen, betrachteten es genau und wurden so von die- 
sem Styl ergriffen, dass sie von nun an dem Styl ihres Mei- 
sters eutsagten. Zu ihnen trat Passignano, mit welchem, 
erzählt Baldinueci weiter, Cigoli eine zweite Reise nach 
Perugia machte, als Barocei für die dortige Hauptkirche 
seine Kreuzabnahme gemalt hattei). Doch irrt hier der Ge- 
sehichtschreiber in der Zeitfolge; denn Bellori, Baron- 
eits genauer Biograph, setzt das Bild um einige Jahre vor 
das zu Arezzo. Wie nun auch dieser lrrthum berichtigt werde, 
Passignano strebte mit Cigoli gleiche Zwecke an. Nach 
ihrem Beispiele wendeten sich andere Jünglinge von dem alten 
Sßyle zu dem neuen kräftigem; wie besonders Empoli, der 
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l) Ein sehr buntes und manierirtes Bild, obwol noch immer ge. 
mässigter, als andre Gemälde des Barocci. Eine solche Kreuzab- 
nahme ist wie RossinP lustiger Trauermarsch in der (lieblichen 
Elster. Solche Dinge machen Lärm, aber keinen Eindruck. Q.
        

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