Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286273
hlichelangeloäs 
Nachahmer. 
193 
Pietro Fcrabosco, den man für einen Luccheser von 
Geburt hält, obwol er in die Römische Akademie aufgenum- 
men war, wo er vielleicht studirte. Ich sage, vielleicht; den" 
seinem schönen Tizian'ischen Colorit nach gehört er mehr 
den Venezianern. Man führt von ihm drei halbe Figuren mit 
seinem Namen und dem Jahr 1616 bei einem Herrn in Por- 
tugal an, wo er vielleicht länger als in Itaiien lebte. 
Von einigen Toscanern, die sich in der niedern Malerei 
auszeichneten, wie Veltroni, Costantino dc' Servi, 
Zucchi, Alberti, ist kurz zuvor gesprochen worden. in 
Landschaften und Schlachten erwarb sich in Italien zuerst An- 
tonio Tempesti, aus Florenz, Ruhm, ein Schüler mehr 
de Stradano, als des Titi. Er ahmte ihm im Kupferste- 
chcn, in Cartons zu Teppichen und in launenhaft ersonnenen 
Grottesken und Verzierungen nach. An Feuer jedoch übertraf 
er den Meister und wich fast Keinem, nicht einmal den Ve 
nezianern. In einem Briefe des March. Giustiniani (Lelt. Pin, 
T0. VI. p. 25.) wird er als Muster einer feurigen Zeichnung 
angeführt, welches eine Gabe, nicht aber Kunst ist. Wenig 
und minder glücklich arbeitete er im Grossen, fast immer nur in 
kleinen Bildern. So haben die March. Niccolini, die Mönche 
der Nunziata und andere in Florenz von ihm Schlachten, auf Ala- 
baster gemalt, worin er Borgognone vorzuarbeiten scheint, 
der ihn viel studirt haben soll. Meistens malte er auf Kalk, 
in Caprarola, in Tivoli in der Villa Este, zu Rom an mehrcrn 
Orten, unter Gregor Xlll. ln der Vaticanischen Galleric sind 
eine Menge Bilder von seiner Hand; die Figuren sind andert- 
halb Spannen, so viele, so mannichfaltig, geistreich, mit so 
lieblichen Bauwerken, Landschaftchen und allerhand Verzierun- 
gen, dass man staunt. Er ist nicht sehr correct, und sein 
Colorit spielt in's Braune; aber seinem Feuer, seiner Phanta- 
sie, die ihn über die Erde in neue, erhabene, den gemeinen 
Künstlern unzugängliche Räume trügt, scheint man Alles ver- 
zeihen zu können  
3!) Hier widersprechen einander Tarh 
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