Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286168
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Florentiner 
Schule. 
Dritter 
Zeitraum. 
Der dritte von Angiolo's besten Schülern ist mir Ba- 
tista Naldini, der von Pontormo, dann von Bronzinq 
unterwiesen und auch in Rom einheimisch geworden, endlich 
von Vasari zum Mitarbeiter am alten Palast gewählt, an 14 
Jahre bei ihm blieb. Dieser lobte Naldini gleich ünfüngg 
ehrenvoll, und nannte ihn einen erfahrenen, kühnen, fertigen 
und mühelosen Maler. Dasselbe Zeugnis gab ihm Baglione 
in Rom, besonders wegen der Capelle Johannes des Täufers in 
Trinita cle' Monti, wo mehrere Scenen aus dem Leben dieses 
Heiligen sind. Daheim lieferte er mehrere Arbeiten, wovon 
Borghini einige, wie die Kreuzabnahme und die Reinigung 
zu S. Maria Novella, wegen Zeichnung, Farbe, Anordnung, 
Perspective und Gebäuden lobt. Seine Fehler sind in mehreru 
Bildern etwas geschwollene Kniee, wenig geöffnete und wilde 
Augen, wodurch er sich vor vielen auszeichnet. Auch das Co_ 
lorit und die schillernden Farben, die er mehr als Andre seine;- 
Zeit liebt, machen ihn kenntlich. 
 Er lehrte nach der damaligen Art, liess seine Schüler die 
Gypsabdriicke lllichelangeloüs zeichnen, und seine eigenen 
Bilder, wenn sie fertig- waren, copiren; denn währender Ai-_ 
heit waren sie wie die Bienen, liessen sich von Niemanden 
sehen und stachen gern, wer ihnen zusehen wollte; wovon 
Baldinucci mehrere Beispiele anführt. Darum leiden Nah 
dini's Schüler an Strenge, wie die Meisten jener Zeit, und 
haben wenig von seinem kühnen Pinsel und seinem geschinaek- 
vollen Colorit, sind aber dessungeachtet werth gekannt zu 
werden. Gio. Balducci, vom Zunamen seines mütterlichen 
Oheims auch Cosci genannt, half ihm mehrere Jahre. Sein 
Speisesaal im Dom, die Erfindung des Kreuzes in der Crocetta, 
mehrere Bilder im Dominicanerkloster zu Florenz,  andere zu 
S. Prnssede in Rom verrathen einen edlern Geist, als den sei- 
nes Meisters. Diesem gemiiss iiberflog er zuweilen das Ziel, 
und schien in manchen Gebärden etwas gekünstelt. Er wohnte 
und starb zu Neapel, dessen Geschiehtsehreiber ihn loben, wie 
er es verdient. Cosimo Gamberucei scheint ein ganz an. 
deres Ziel gehabt zu haben. Hat man Mehreres von seinen 
Arbeiten gesehen, so möchte man von ihm, wie von jenem 
Alten, sagen; er hat den Huldgöttinnen nicht geopfert. Die 
Zeit mag ihn wol gebessert haben; denn er hat schöne und des
        

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