Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286156
Michelangelds 
Nachahmer. 
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uhnc es gehörig zu vertreiben. Vom Erstem ist in Rom die 
Saeristei und die Capclle des heil. Andreas in der Jesuskirche 
mit Wandgemülden verziert; zu S. Prassede eines seiner besten 
Oelbilder, der Gekreuzigte. Classisch ist zu S. Stefano di 
Peseia seine Heimsuchung nebst zwei Seitenbildern, welchen 
Tiurinies Nähe wenig Eintrag thut. Den Zweiten lernt man 
auf der k. Gallerie zu Florenz kennen, wo das tigurcnreiche 
Bild des Wunders der vervielfültigten Brote sich belindet. Bac- 
cio Ciarpi, aus derselben Schule, ist als BerrettinPs 
Meister berühmt und wegen seines Fleisses und seiner Correct- 
heil; zu loben. Er verdiente es, in der Concezione zu Rom 
zu malen, welche man eine reiche Gallerie nennen kann, wo 
die tüchtigsten Maler jener Zeit arbeiteten. Von einem An- 
drea Boscoli, ebenfalls seinem Schüler und Nachahmer, ist 
das Bildnis im k. Muspzu Florenz, und in der Stadt nieht 
wenig Stafieleigemülde. VEr reiste ausser dem Kirehenstaate 
umher und hintcrliess an mehrern Orten Gemälde, in S. Gi- 
nesio, Fabriano und andern Orten Picennis. Sein grüsstes 
YVerk, das ich gesehen, ist sein Johannes der 'l'äufer als pre- 
digend, bei den "flieresianerzi zu Riinini; ein grosses Bild, 
das Baldinucci, der Nachrichten über, ihn gesammelt hat, 
nicht kannte! Costantino de' Servi wird von Baldi- 
nucci muthmasslich zu Titi's Schülern gezählt; unter sei- 
nen Nachahmern, versichert man, sei er anfangs gewesen 27), 
nach Deutschland gegangen, und habe dort in Purbus Style 
sieli gebildet. Er scheint, Bildnisse ausgenommen, nicht Viel 
gemalt und auch darin mehr Verdienst, als Uebung gehabt zu 
haben. Seine meiste Berühmtheit erlangte er durch Baukunst 
und Arbeiten in harten Stein, welchen er verstand, wie wir 
anderswo beibringen werden. Soviel von Santits Schule! 
Doch bemerke man, dass sein Beispiel mehrere Jünglinge an- 
zog und bestimmte, die Michelangelwsche Strenge mit 
mehr Amuuth in den Umrissen und Wahl der Köpfe zu ver- 
binden. 
27) Es gab vier Künstler dieses Namens. Peter P. der ältere, 
geb. zu Gouda 1463. Peter 1'. d. j., der 1583, 70 Jahr alt, zu 
Brügge Itarb; Fr. P. d. ält., angebl. Schüler des Franz F10 ris; 
Fr. P. 6.! j. , der berühmte Portraitmaler, Vder um die Mitte des I6. 
Jahrhunderts lange in Paris lebte. Ich sah von ihm Portrait: kräf- 
tigen Golorits, nur etwas braun von Bhrbe. Q.
        

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