Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286135
Michelangelds 
Nachahmer. 
179 
welche diee Sammlung etwa sehenß), sich zuvörderst eines 
Urtheils über das Verdienst dieser Künstler zu enthalten, bis 
sie andre Werke derselben in ihrer Heimat, oder auch in Rom 
gesehen, wo einige derselben in den auserlesensten Sammlun- 
gen Platz finden. Unterdessen werden sie in mehrere Schulen 
getheilt; und die erste ist die des Angiolo.  
Alessandro Allori, Enkel und Schüler des Bronzino, 
dessen Zunamen er bisweilen in den Bildunterschriften annimmt, 
wird für geringer, als sein Oheim, gehalten. Ganz auf Ana- 
tomie gerichtet, wovon er schöne Beispiele in der Tribune der 
Servitenkirche gegeben, auch eine eigene Abhandlung für Maler 
geschrieben, betrieb er die übrigen Studien nicht hinlänglich. 
Doch sind in Rom auch sehr schöne Staffeleigemiilde von ihm; 
und im königl. Museum ist Isaaks Opfer fast in niederländi- 
schem Geschmack gemalt. Was er im Ausdruck vermochte, 
zeigt seine Ehchrecherin in der Kirche z. heil. Geist. In Bild- 
nissen war er gewandt, wiewol er sie zuweilen misbräuchlich 
in neuer Tracht in Scenen aus der alten Zeit anbraehte; ein 
in diesem Zeitraum nicht seltener Fehler! Im Ganzen scheint 
er für jeden Theil der Malerei gleiche Anlage gehabt, sie aber 
ungleich angewendet und entwickelt zu haben. Er malte viel 
für Fremde und warvon Fürsten geachtet, welche ihm von 
Andrea, Franciabigio und Pontormo zu Poggio in 
Cajano angefangene und mehr oder weniger vollendete Bilder zur 
Vollendung übertrugen. Auch uralte er einige von eigener Er- 
findung daneben, wie die Hesperidengärten, das Gastmalkdes 
Syphax und Titus Flamminius, der das Bündnis der Acta- 
lier und Achäer misriith, Cäsar und Cicero; Scenen, welche 
ähnliche Thaten Cosimms und Lorenzrfs de, Medici versinnbil- 
den sollten. So dachte man in der guten Zeit und die unter den 
grossen Alten vorgestellten Neuem wurden verdeckter, aber mehr 
gepriesen. Gio Bizzelli, Alessandrlvs Schüler, malte 
26) Sie kam nachher in den grossen Curridor der Gallerie, wo flig 
Folge Toscnnischer Maler von Wierlerauflebnng der Malerei bis zu 
den neuesten Zeiten aufgestellt ist; alles geschichtlich beurkunden: 
Bilder! Die tretfliehslen sind im Cahinet. Diese gleich unterhaltende, 
wie lehrreiche Anordnung traf Tom man Puc cini. ein Pistnjeser 
Patrizier, Director der Gallerie, ein geist- und kenntnissreicher 
Mann. L. 
M 2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.