Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283871
Vorwort. 
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und sich dafür mit Skizzen, blendenden Einzelnhei- 
ten, schneidenden Abstichen und erbuhlten Effecten 
abfand, oder in nebelhaften Gebilden mit Rührung und 
Sehnsucht zerfloss. Wie nun so selbst die Schulen, 
die früher wenigstens Collectivnamen für Trefliich- 
kcit und Tüchtigkeit inEinem Felde der Kunst Waren, 
ganz verschwanden, so traten an ihre Stelle die Kunst- 
akademien, worin denn eben auch wieder nicht sel- 
ten nur jenes Drechsler- oder Taschenspielerkunst- 
stück sich wiederholt, aus einer nicht allzugrossen 
Figur immer kleinere und kleinste sich absondern 
und von der Mutter, gleich Kronos Kindern, wie- 
der verschlingen zu lassen. 
 Noch einige Rückblicke auf die mit Obigem 
entworfene Skizze der Geschichte Italienischer 
Malerei seien uns vergönnt! Erirmerten Wir schon 
oben, dass das Christenthum an sich und seinem 
YVesen nach der Kunst nicht förderlich seyn konn- 
te, wesshalb auch in dieser Zeit die Plastik der Malerei 
untergeordnet war, so zeigt sich geschichtlich, dass 
letztere ihren Zenith eben dann erreichte, als der 
Geist in Leib umschlug, das Christenthum zur Kirche  
Verweltlicht und durch fein berechnender, arglistiger 
Staatskunst iiussere, weltliche Mittel in der möglich- 
sten Breite derYVelt erobernd und herrscherisch glän- 
zend sich darzustellen suchte; denn wie unter den 
Mediceer Fürsten, blühte die Kunst unter den Päpsten. 
Jede Darstellungskraft drängte sich herzu, huldigend 
den Glanz zu mehren; aber wie die Kirche selbst, 
nachdem sie einmal sich weltlicher Herrschaft gleich- 
gestellt, den zerstreuenden, verlockenden NVeltmäch-
        

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