Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286094
Nachahmer. 
Michelangelo? 
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als den besten Künstler seiner Zeit in Rom. Hier arbeitete er 
im Palast seiner Gönner, in dem der Farnesi, des Biccio, 
in der Canzlei, in S. Giovanni dem Enthaupteten und an an- 
dern Orten, und malte grossc Wandbilder, was er am liebsten 
that. Er war höchst erlindungsreich, in der Zusammenstellung 
mannirhfaltig, in Bauwerken grossartig, und einer von den 
Wenigen, welche Schnelligkeit des Pinsels mit Tiefe der Zeich- 
nung verbanden, worin er sehr erfahren war, wiewol zuweilen 
etwas breit. Die Schlacht und der Sieg des Furius Camillus 
im grossen Saal des alten Palastes, ein Werk voll Geist und 
Lebens, das hinsichtlich der Waffen, Kleidungen und ächt Rö- 
mischen Brauchs von einem tüchtigen Alterthumskenner ange- 
ordnet scheint, ist sein bestes Bild unserer Vaterstadt, Auch 
in S_ Croce ist eine Kreuzabnahme, ein Lieblingsgegenstnnd 
von ihm, der auch im Palast Panlili zu Rom, im Corpus dm 
"um zu Venedig und in Privatsammlungen vorkommt, wo auch 
seine heiligen Familien und seine Bildnisse nicht selten sind. 
Berühmt ist die Psyche, ein Achtcck, bei Grimani, Welche; 
Vasari für das schönste Gemälde in Venedig erklärt. Die; 
Urtheil würde minder angefeindet worden seyn, wenn er ge- 
sagt hätte hinsichtlich der Zeichnung. Dass es aber in einer 
solchen Stadt eine Helena sei, wer wird ihm dies zugeben? 
Die Züge der Psyche haben gar nichts B-sonderes, und. das 
Bild kann, trotz seine-r guten Anordnung, schön-n Landschaft 
und schönen 'l'enipelchens, sich doch mit keinem Tizian, oder 
Paolo messen, W0 man, mit Dante zu reden, ein Lächeln 
des Weltalls zu sehen glaubt. Salviati zeichnete besser, als 
er malte; wesshalb er auch in Venedig kein Glück machte, 
nachher in Paris nicht sonderlich geliel, und überall heut zu 
Tage weniger gesucht und noch weit weniger bezahlt wird, 
als Tizian und Paolo. [n den Künsten des Vcrgniigens, 
wie Dichtkunst und Malerei, scheint die Welt eher mittelmäs- 
sige Gelehrsamkeit, als mittelmiissiges Vergnügen zu vertragen. 
Sehr wahr antwortete Salvator Rosa, als man ihn fragte, 
ob Colorit, oder Zeichnung vorzuziehen sei, er habe viele sehr 
wohlfeile Heilige des Tito an den Strassenecken gefunden, 
nie aber einen Bassan 0. 
Salvi-ati galt damals unter seinen Anhängerniür den 
Ersten, und wenn er in Florenz nicht lange blieb und wenig
        

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