Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1286058
Michelangelws 
Nachahmer. 
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und Zuccaro, seinen Feinrlenm), er ertheilt den Toscanern 
und Andern Lob und Tadel mit gleicher Hand. Findet er an.- 
derswvo schwache Maler, so iindet er sie in Florenz ebenfalls; 
erzählt er von dem Ncide der Ausländischen, so verschweigt 
er den der Florentiner gewiss nicht, wie er denn im Leben 
Donatellws und seinem eigenen, noch mehr aber in dem 
des Pietro Perugino gar frcimüthig darüber spricht. Seine 
minder günstigen Urtheile also über einige Meister gingen nicht 
von Zünftelei, sondern von ganz andern Grundsätzen aus. Es ist 
wahr, von einigen Künstlern hat er wenig gesehen; bei andern 
hat er sich auf minder genaue Berichte verlassen, und von vielen, 
die damals lebten, und wie es zu gehen pflegt, mehr getaidelt, 
als gelobt wurden, konnte er nicht mit der Sicherheit schrei- 
ben, wie wir jetzt thun. Etwas muss man auch wol seiner Üe- 
berhäufnng zu gute halten, wesshalb er zuweilen schrieb, wie 
er malte, d. h. handwerksmüssigi, von der Faust weg. Dies 
beweisen die schon gerügten Wiederholungen ganz in der Nähe, 
und die einander widerspr-chenden Meinungen über einen und 
denselben Maler, wo an einer Stelle der gut genannt wird, der 
an einer andern kaum für vernünftig ausgegeben wird. Dies 
bemerken wir besonders bei Razzi, gegen den er Miswillen 
zeigt, den ihm aber der schlechte Charakter des Künstlers er- 
regte, nicht Schulneid. Endlich liegt die Schuld dieser min- 
der wahren, von ihm aber für wahr gehaltenen Urtheile an 
seinen Ansichten und seiner Zeit. Er nannte Buonarroti 
den grössten Maler unserer Vergangenheit (B. VII. S. 203.) 
zog ihn den Griechen vor (S. 117.) und setzte nach diesem 
Vor-bilde das Höchste der Malerei in starke und kecke Zeich- 
nung, als wärt-n im Vergleich damit Lieblichkeit und Farben- 
gebung nichts (S. 123.), Aus dieser Ansicht gehen, wie aus 
einer Wurzel, manche seiner Ansichten von Bassano, T i- 
zian und selbst Raffael hervor, welche getadelt werden. 
Ist denn aber dies Böswilligkeit, und nicht vielmehr Schuld 
seines Bildungsganges? Bx-gegnet nicht dasselbe allen Anhän- 
gern einer Schule, nicht blos der Malerei, ondern auch der 
I9) S. 
V a s a. r i 
gleilete, 
Taja descr. delpnl. Valicmm, p. ll. Zuccaro verzieh 
nicht so leicht, dessen Werk er mit beissenrlen Noten he- 
wie einer der drei Caracci. Lctt. p-itt. To. IV, l. 120. 
L.
        

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