Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285995
Nlichelangelds 
Nachahmer. 
165 
eigen Künstler zeigte,  so würde sein Ruf weit grösser seyn. 
Aber er wollte 'zu riel thun, und zog imeistens die Schnellig- 
keit der Vollendung ver. 'Daher sind nicht alle seine Figuren 
correct, obgleich er ein guter Zeichner war; oft wird die Farbe 
matt und mager s). Und wie "denn Nachlässigkeit immer irgend 
etwas aufspürt, womit sie sich bei Andern und bei der Eigen- 
liebe abiindet, so hat er in seinen Schriften Sparmeth0dcn7) 
und Handwerksmässigkeit angepriesen, d. h. sich an Uebung 
und bereits gemachte Studien zu halten. S0 vortheilhaft für 
einen Künstler, hinsichtlich Erwerbs, Methode ist, so schäd- 
lich ist sie für die Kunst, welche auf diese Weise nothwendig 
in Manier und Entstellung des Wahren verfällt. ln diesen Fehler 
aber verliel V asari oft, besonders in Werken, die er eilig fer-i 
tigte, oder von Andern ausführen liess; wesshalb er sich denn 
auch mehreremale angelegentlich bei seinen Lesern entschul- 
digt. Zu dergleichen Seibstentschuldigungen mochte ihn W01 
der Tadel des Canzleisaales veranlassen, den er, dem Cardinal 
zu gefallen, in hundert 'l'agen malte; er hätte sich aber lieber 
damals beim Farnese entschuldigen und ihn bitten sollen, 
einen andern Meister zu beauftragen, als die Nachwelt umi 
Verzeihung seiner Fehler ersuchen. Auch die Warnungen sei- 
ner Freunde, wie des Cnro, der ihm immer verhielt, wie 
er mit dieser Eil seinem Ruf Eintrag thue 3), mochten ihn be- 
stimmen. Da er nun lange Vorsteher der Arbeiten war, Welche 
Cosimo l. und Fürst D. Francesco in der Hauptstadt bestell- 
ten, so glaubt Baldinucci, dass er dadurch hauptsächlich 
zu jener Härte des Styls beigetragen, welche in Florenz über- 
hand nahm9).  
6) Für die Lorenzokirclxe fertigte er in Auftrag der Meüiceer den 
heil. Gismundo, welcher dem Herzog Cosimo sehr geüei. Er musste 
vom Altar"heruntergenommen wärdeln, weil die Tinten zerflossen. L. 
(7) Plinius (XXXV, 36,) sagt von Philoxenus: celeritatem 
praecepturis (Ificmnrzclzi) svcvzlus broviores eliamnuzn quasdnm pi- 
cturae vins et coutprnrlinrins invenit. Aus dem Zuuammenhange 
aber ergieht sich, dass darum seine Gemälde auch n1inflel' vollendet 
waren; und wahrscheinlich mm-hlen diese Sparlnethaden begomlenj 
das Mechanische der Kunst betreffen. L.  
S) S. Letters pitloriclle T0. 
9) Baldinuccv"
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.