Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285954
Michkalangelds 
Nachahmer. 
161 
bung'). Sie scheinen aber sich nicht sonderlich um die übri_ 
gen Theile der Malerei gekümmert, sondern besonders auf 
die Zeichnung gelegt zu haben. Ja selbst diese glaubten sie 
ganz bei Buonarroti zu finden, undliefen, mücbtß ich sa- 
gen, ihm allein nach. Einfluss auf diese Wahl hatte der 
grosse Namez), das grosse Glück," das lange Leben dieses 
Künstlers, der seine wackern Mitbürger überlebte und, wie 
natürlich, diejenigen, welche seine Grundsätze befolgten und 
seiner Partei anhingen, zu Anstellungen beförderte; daher man 
die Bemerkung gemacht hat, Raffael habe für den Fortgang 
der schönen Künste zu kurz gelebt. Die Künstler aber hätten 
sich jenes Worts, oder vielmehr jener Wahrsagung Buonar- 
'r0ti's erinnern sollen, dass sein Styl linkische Meister er 
zeugen würde; wie es denn auch genau denen erging, die ihm 
nicht nachzuahmen verstanden.  
lhr stetes Studium und Uebung war, seine Standbilder 
zu zeichnen; denn der Carton, nach welchem sich schon so- 
viel tüchtige Männer gebildet hatten, war schon verloren ge- 
gangen, und seine Gemälde waren nicht in Florenz, sondern 
in, Rom. Sie trugen nun diese standbildliche Starrheit in ihre 
eigenen Werke über, diese Gliederstiirke, dies Einsinken und 
Schwellen der Muskeln, diese strengen Züge, diese Gebärden 
der Hand und des Leibe, die sein Schreckliches ausmachen, 
Weil sie aber nicht in die Theorie dieses fast unnachahmlichen 
lllannesaeindrangen, und nicht recht wussten, wie die Spring- 
fedcrn des menschlichen Körpers unter der Hautdecke spielen, 
so irrten sie leicht, henkten bald die Muskeln an unrechter 
Stelle an, zeichneten sie bald gleich in Bewegung und in Ruhe, 
an einem zarten Jüngling und einem erwachsenen Manne. Mit 
dieser vermeinten Grossartigkeit des Styls zufrieden, kiimmer- 
ten sie sich wenig um das Uebrige. Auf manchen ihrer Bilder 
findet man eine Menge Figuren über einander, man weiss nicht, 
l) Als ob blosses Nachahmen, oder Wiederholen wahres Hervor- 
bringen, Forlbilden und lebendige Bcllöpferische Kllllällllätigkell wäre! 
Q. 
2) "Alle Maler beten ihn als Meister. Fürsten und G01: der zeiuh- 
nung an," sagt Claudia Tolommei am Ende des 5. Buchen. So 
urlheilten die Künstler im Jahrhundert Leo's. L. 
l_ Bd. 
        

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