Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285912
Vinci , 
Buonnrroti 
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nennt, wicwol ein Ausländer von Geburt, wurde doch aus Nei- 
gung und durch Ansiedelung Aretiner. Die Stadt liebte ihn 
und gab ihm ein Gut auf-Lebenszeit, wofür er ihr dankbar 
schöne Denkmale seines Geistes hinterliess. Er war in seiner 
Vaterstadt Dominicaner gewesen; als er nach Italien kam, ward 
er ßweltpriester, und hiess zu Arezzo der Prior. Er war 
ein grosser Glasmalcr; daher nahm ihn ein Franzos Claude 
mit nach Rom, um Fenster für Julius II. zu malen; aber auch 
in Arbeiten auf Kalk übte er sich. Er hatte in Italien die 
Zeichnung studirt und solche Fortschritte darin gemacht, dass 
seine Werke zu Rom den Werken eines Malers aus dem vier- 
zehnten Jahrhunderte ähnlich sehen, die zu Arezzo aber neuere 
Arbeiten scheinen. Im Dom malte er auf Kalk einige Decken 
und Fensterbogcn. Es waren evangelische Geschichten, in der 
Zeichnung möglichst Michelangelo artig, nur in der Farbe 
matter. Ganz anders dagegen ist er in seinen Glasgemälden, 
wo mit einer sehr richtigen Zeichnung und seltenem Ausdruck 
Tinten verbunden sind, die bald wie Smaragd, bald wie Rubin, 
bald wie orientalischer Sapphir aussehen und im Sonnenlichte 
wie Itegenbogenfarhen blitzen. Arezzo hat solche Fenster im 
Dom, in S. Francesco und mehrern andern Tempeln in sol- 
cher Mcnge, dass jede andere grössere Stadt es beneiden kann. 
Sie sind so aus evangelischen und andern heiligen Geschichten 
zusammengesetzt, dass sie den Gipfel der Kunst zu berühren 
scheinen. Die Berufung des heil. Matthäus in einem Fenster 
des Doms wird von Vasari besonders gelobt; „die fernen 
Tempel, die 'l'rcppen und Figuren darauf sind so angeordnet, 
die Landschaft so eigenthümlich, dass man gar nicht an Glas- 
gemälde, sondern an etwas denkt, das zur Freunde der Men- 
schen vom Himmel gekommen." 
Eh, ich zu einem andern Zeitraume übergebe, mahnen 
mich Zeit und Ort, von Erfindung der Glasgemiilde") zu 
sprechen, die man auch Musivgemälde nannte, weil sie au 
bunt gefärbten und mit Blei, welches die Schatten bildet, ver- 
bundenen Gläsern bestehen. Man hat dergleichen, die guten 
Gemälden auf Leinwand, oder Tafeln nahe kommen; welche 
71) Vgl. B. S petk zur Geschichte der Glasmalerei, 
Kunubl. 1820. N. 27  29. W. 
in Sahara"!
        

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