Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285746
140 
F lorentiner 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
erwirktes. Dort „ überlegte er allmälig, was er gesehen, und 
nützte es so, dass seine Werke werth geachtet und bewun- 
dert., ja was noch mehr ist, nach seinem Tode mehr, als bei 
seinem Leben nachgeahmt werden sind," sagt Vasari. E1- 
verdankt also seine Förderung auch Rom; mehr jedoch seiner 
Natur, die ihn gleichsam an der Hand von Stufe zu Stufe 
führte, wie man in dem Barfüsser- und Servitenkloster sehen 
kann, wo Werke von ihm aus verschiedener Zeit sind. Bei 
den Barfüsscrn malte er in Helldunkel einige Scenen aus des 
H. Johannes Leben, wovon die Cartons im Palast Rinuccini 
sind; und an diesem Werke hat man offenbare Nachahmung, 
ja einige Figuren Albrecht: Dürerßs bemerkt. ln der 
Taufe Christi sieht man seinen ersten Styl; seine Fortschritte 
in einigen andern, wie in dem um einige Jahre spätem Besuch; 
und endlich in andern seine trefflichste und grösste Manier, 
wie in der Geburt Johannes des Täufers 52). So sind in dem 
kleinern. Servitenkloster die Scencn ans dem Leben des H_ 
Filippo Benizi ehr anmuthig, obwol es gleichsam die ersten 
Regungen des Andrerschen Geistes sind. Ein grösseres 
Werk ebendaselbst ist die Erscheinung des Herrn und die 
Geburt Mariens; und grösser, als alles von ihm ist über einer 
Thiir des grossen Klosters die heilige Familie rastend, die 
von einem Sacke Getreide, woran sich Joseph lehnt, gewöhn_ 
lieh 1a Madonna del Sacco genannt wird; ein in der 
"Kunstgeschichte Wenigen andern nachstehendes Bild! Mehrere- 
male in Holz geschnitten, hat es endlich nach drittehalb Jahr. 
hunderten einen würdigen Grabstiehel gefunden, und ist, 
nebst einem andern verwandten Bilde aus RaffaePs Zim- 
mem, in Kupfer gestochen worden 63). Beide Blätter sind in 
den reichsten Sammlungen, und überzeugen den, der Florenz 
und Rom nicht gesehen, dass Andrea zuweilen eher Mitwer- 
ber jenes ersten Meisters ist, als ihm nachsteht. In der Nähe 
betrachtet, lässt dies Gemälde uns nicht los; so vollendet ist 
e, so ausgearbeitet jedes Bärchen, so höchst kunstreich jede 
62) Diese Bilder sind oftmals von guten Stechen: benutzt worden, 
und erst neuerlich wieder in folgendem Werke erschienen: Pilture a 
ßssco (li Andrea del Sarta. Firenze 1823. in Foliu. 14 Blatt.  
hlorghe n. 
Raff. 
Von
        

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