Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285724
138 
Florenüner 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
terhin nach Florenz, und zu Vasarfs Zeiten war eine 
Sammlung davon in S. Cnterina, einem Dominicanerklostcr, 
in den Händen der Schwester Plantilla Nelli, deren edle 
Familie von ihr eine Kreuzigung mit vielen kleinen, höchst 
fleissigen Figuren besitzt. Meistens erscheint sie als gute Nach- 
ahmerin des Frate; zuweilen aber hatte sie auch andere Style, 
wie in der Kirche ihres Ordens wzu sehen ist. Hier zeigt man 
eine Kreuzabnahme, deren Erfindung von Andrea, von ihr 
ausgeführt eyn soll; und eine Erscheinung ganz von ihr, mit; 
einer Landschaft, die einem Neuem Ehre machen könnte; in 
den Figuren aber ist eine Zeichnung, die an das Alterthum 
rührt. 
Andrea Vannucchi, nach seines Vaters Gewerb An- 
drea dcl- Sarto genannt, wird von Vasari als Fürst der 
Schule gepriesen, weil er ,',mit weniger Fehlern, als andere Flo- 
rentiner Maler, gearbeitet, weil er Schatten und Licht sehr 
gut und das zurücktreten der Gegenstände in Schatten ver- 
standen, und mit lebhafter Süssigkeit gemalt, überdies auch 
die Art gezeigt, nass vollkommen auszumalen, ohne viel trok- 
ken nachzubessern, wesshalb all' seine Werke in Einem Tage 
gemalt scheinen. " Baldinucci tadelt seine Armuth an Er- 
iindung; und allerdings ist kein sonderlicher Aufschwung der 
Ideen in ihm, welcher Dichter, wie Maler macht 60). Diese 
Gabe hatte Andrea nicht; bescheiden, angenehm, reizbar, 
wie man sagt, von Natur, scheint er diesen Charakter seinen 
Bildern aufzuprägen. Die Vorhalle der Nunziata, die er zu 
einer Gallerie gestaltete, ist der sehicklichste Platz, ihn beur- 
theilen zu lernen. Diese reinen Umrisse der Figuren, Welche 
ihm den Zunamen des Andrea ohne Fehl erwarben, diese 
angenehmen Gesichtchen, die im Läfhcln oft an COT6gi0'S 
Einfalt und Anmuth erinnern"), diese so gut ausgeführten 
Gebäude, diese jeder Lage angemessenen Gewänder, dieser leichte 
Faltenwurf, diese volkansprechenden Zügc von Neugier, Wun- 
G0) Dieser Vorwurf ist laöchst ungerecht; denn schon die nach- 
lmliä V0n Lzi. aufgeführten Werke sind hinreichend, den geistigen 
Relßiliilllm des Andrea zu beweisen. Q. 
61) S0 ein H. Raphael mit Tobias, der aus der K. Gallerie zu 
Flßrßlll ill die Kaiserliche nach Wien kam. S. Rasa Sczwla ita- 
lianu p. M1. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.