Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283834
Vorwort. 
XVH 
Titanenkraft den Kunsthimmel stürmen, und auf 
die Erde herabreissen wollte, überall das schärf- 
ste Aeusserste, Furchtbarste zum Vorwurf gross- 
artiger, überkräftiger Darstellung machte, damit 
nicht selten das Verzerrte, Seltsame, Gewaltsalne, 
Phantastische statt des Schönen ergriff und, indem 
er so durch unbändige kühne Reflexion und Kri- 
tik seine tiefe äehte Urkraft steigern wollte, und 
der Kritik im Schaffen mehr einräumte und anmu- 
thete, als ihr gebührt und sie vermag, für die 
schwächere Folgezeit zumal Muster einer einsei- 
tigen, immer mehr in seelenloser Manier und 
"Handwerksmässigkeit erstarrenden Richtung Wur- 
de. Denn das Genie macht die Regeln, aber Re- 
geln kein Genie. Wie nun aber auch in der eng- 
lischenPoesie neben dem tliesemBuonarroti ver- 
wandten B e n J 0 n s o n der Weltgeist einen 
Shakspeare hervorrief) so bildete sich auch dem 
B uon arro ti gegenüber in stätiger, immer auf sich 
zurückgewendeter und so gestählter , Wie trieb- 
lnässig geläuterter , vom Schönheitsinn gehän- 
digter, bedingter und begränzter Kraft Raffael 
Sanzio heran. Ohne die Erscheinung beider 
Ileroen erklären zu wollen durch die Gunst oder 
Ungunst ihrer Zeit-, Ort- und Mensehenulngebung, 
durch ihr Studium der Antike,- Momente, deren 
Ein- und Mitwirkung darum nicht geläugxlet wer- 
den soll, wenngleich sie nothwendig eine Gegen- 
wirknng von Seiten der Künstler fordern und vor- 
aussetzen  werde hier nur bemerkt, dass in 
und mibihnen die producirende, oder Qoetische, 
b
        

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