Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285706
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F lorentiner 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
licher, grossartiger, und dem Nackten angemessener gemalt. 
In Bildersammlungen sieht man hier und da in Florenz Sachen 
von ihm, sehr selten ausser Florenz; hier werden sie von Frem- 
den eifrig aufgesucht, wiewol sie fast nie zum Verkauf kom- 
men. Eine Madonna von ihm wlirde jedoch in diesen letzten 
Jahren für das Cabinet des Obcrsthofmeisters angekauft, wo sie 
mit etwa drcissig Bildern der ersten Maler aller Schulen, so zu 
sagen, eine neue Tribune im Kleinen in Florenz bildet. Die 
Väter ifon S. "Marco haben eine beträchtliche Anzahl Bilder 
von ihm in einer Hauscapelle, und darunter einen Heil. Vin- 
centius, der, wie Bottari sagt, von Tizian oder Gier- 
gione colorirt scheint. Das beste aber und seltenste hat ade,- 
Fürst, in dessen Sammlung das letzte Werk F. Bartolom- 
men's beiindlich ist, nämlich ein grosses Gemälde in He11_ 
dunkel, vorstellend die heiligen Beschützer der Stadt um 1m_ 
sere liebe Frau. Es ward für den öffentlichen Rathsaal vom 
Bannerherrn Soderini bestellt, und blieb, weil der Künstler 
1517 starb, blos in der Zeichnung, wie Buonarrotfs und 
Vinci's Werke; als wäre es das Schicksal dieses Ortes, das 
er immer mit den Werken der besten Meistern ausgeschmückt 
werden sollte, und doch niemals würde. ll Frate gehört ge- 
wiss darunter; und Richardson bemerkt, wenn er so gliick. 
liche Verbindungen, wie Raffael, gehabt hätte, wäre er viel- 
leicht nicht unter ihm geblieben (T0. III. 17. 126.) ObWol aber 
dies Bild unvollendet ist, wird es doch als eine wahre Kunst- 
schule betrachtet. Die Methode dieses Mönches war, zuvör- 
derst die Figuren nackt zu zeichnen, dann die Gewänder am 
zulegen, und, zuweilen auch in Oel, ein Helldunkel zu ge- 
ben, welches die Licht- und Schattenpartien bezeichnete, diß 
"sein grosses Studium und die Seele seiner Gemälde waren. 
Diese Vorkehrungen zeigt das grosse Gemälde, und es verhält 
sich zu der Ausmalung, die ihm werden sollte, wie die alten 
Kreidenmodelle zu den Statuen, welchen Winckelmann den 
Genius unddie Meisterschaft der Zeichnung besser aufgeprägg 
Ölldef, als den ausgehauenen Marmßrnm). 
59) Mehrere von den. hier beschriebenen Gemälden des Frdte 
findet man in Reale Galleria di MTenze illustrata. Päwnze. Ueber. 
haupt empfehlen wir dieies Werk den Lesern des Lanzi, weil die
        

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