Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285685
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Florentiner 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
nachher ging er nachxRom, BuonarrotPs und Sanzitfs 
Werke zu sehen, und hier, wenn ich nicht irre, nahm er 
einen grössern Styl an, bildete sich jedoch mehr nach dem 
Freunde, als dem Mitbürger, in Gesichtern und in der gan- 
zen Zeichnung gleich gross, wie anmuthig. Dies beweiset 
ein Bild im Palast Pitti, welches Pietrß dß Cßrtona 
für ein Werk RaffaeVs hielt, obwol il Frate es malte, 
eh' er nach Rom ging. Hier kam er sich, wie der Geschieht. 
Schreiber sagt, neben den zwei grossen Lichtern der Kunst 
klein vor und begab sich bald wieder nach Florenz; wie es 
auch dem Andrea del QSarto, Rosso und andern wahr- 
hilft grossen und treiiliehen Malern erging; wogegen späte;- 
unzählige mittelnniissige im Vertrauen auf ihr künmrerliches 
Talent, oft auf übel angewendete Gönnerschaft, lange in Rom 
gelebt haben. ll F rate liess dort zwei Figuren der Apostel- 
fürsten, die im Quirinalisehen Palast aufbewahrt werden, und 
den H. Petrus, der aber von Raffael vollendet ward. Im 
Vaticau ist auch ein Bild von ihm, welches nebst vielen 1mm 
erlesenen Gemälden Papst Pius VI. dort aufstellte. Inder Gal- 
leria Corsini ist eine heil. Familie von ihm, vielleicht die 
chönste und anmuthigste, die er je gemalt. 
Seine geschätztesten Arbeiten jedoch sind in Toseana 
mehrere wahrhaft köstliche Altarblütter. Ihre Composition ist 
die der damaligen Zeit, die man, Raffael nicht ausgenommen, 
in jeder Schule sieht, und die in der Florentiner bis auf Pon- 
tormo blieb: eine mit dem Christuskinde unter mehrern Hai- 
ligen sitzende Madonna. Doch zeichnet sich in diesem Gc- 
wöhnlichen il F rate durch grossartige Bauwerke, prachtvolle 
Treppen, und kunstreiche Gruppenvertheilung") der seligen 
und der Englein aus. Bald stellt er sie sitzend und tonspie- 
lend dar, bald inr Fluge ihren König und ihre Königin um- 
Schwebend, welchen denn einige den Mantel, andere den Thron- 
Schule, der hierin sehr stark war, und hatte früher, als er nach 
Florgznz kam, in Slena eine selalr gute Probe dnvqn abgelegt. L. 
58) Beiläufig, ohne die Sprachfegerei unbedingt enlpfelllen zu wul) 
lcn, warum nlmnnt man für Gruppe Iniuht die niederdcuischeu Q0 
guten und bildlich anschaulichen {Klorle Druffel, Drnsse und 
Klüster herüber? Sprachkundige erinnern sich an Truub e, ßJ-rgzus, 
ßglarpvf, Engl. tlzreqzze, drove, cluster.  W.
        

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