Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285671
Vinci , 
Buanarroti 
133 
er selbst auf einer Tafel in nicht grossen Figuren aus. Dies 
ist das Gemälde des Bethlehemitischen Kindermordes, jetzt in 
der Tribune der K. Gallerie zu Florenz; eine Ehre, die mehr 
sagt, als alP mein Lob. Der Grossherzog Leopold kaufteles 
um eine grossc Summe von einer Kirche zu Volterra, in 
welcher Stadt nichts weiter von diesem Künstler öffentlich 
zu sehen ist. Einen schönen Elias haben die Riceiarelli 
im Erbe, als Andenken des grossen Mannes; und ein schönes 
Frescobild findet sich im Hause des Dr. Mazzoni, worüber der 
Geschichtschreiber von Voltcrra Bd. l. S. 177 nachzusehen ist. 
Baccio della Porta hiess ein Florentiner Jüngling, 
weil er in der Nähe eines 'l'hores der WStadt studirte. Als er 
nachher Dominicaner wurde, nannteman ihn F. Bartolom- 
meo di S. Marco, nach einem Kloster eines Wohnorts, 
und km-zweg il Frate. Als er unter Rosselli studirte, 
gewann er Vincißs Helldunlrel lieb, und eiferte ihm fleissig 
nach. Wie man von seinem Freunde Albertinelli liest, 
dass er alte Basreliefs modelirt und copirt habe, um gut 
schattircn zu lernen, so nimmt man auch an, dass Baccio 
diese Studien getrieben habe, obwol Vasari davon schwelgt. 
Aus jener ersten Zeit hat der Fürst eine Geburt und eine, 
Beschneidung unsers Herrn; anmuthige kleine Gemälde, wie 
Miniaturbiltler! Aus diesem Zeitalter scheint auch das Bildnis, 
welches er in weltlicher Tracht für sich machte, ganze Figur 
und kunstrcich gewendet in engem Raume, welche ich zu 
Lucea, in der prächtigen Gallerie der Montecatini sßll- Als 
er 1500 im ein und dreissigsten Jahre in das Kloster ging, 
rührte er vier Jahr keinen Pinsel an. Savonarolafs Hinrich- 
tung, dcssen Verehrer und Bekannter er war, hatte ihn in 
der tiefsten Seele getroffen, und, wie dem Bottieelli und 
Credi, so auch ihm die Kunst verleidet. Als er sich nach- 
her ihr wieder ergab, dreizehn, oder vierzehn Jahre lang, die 
er noch lebte, scheint er täglich weiter gediehen zu seyn; so 
sehr stehen seine ebenfalls schönen ersten Arbeiten den letzten 
nach. Ihn förderte Raffael, der 1504 Ilüßll Florenz kam, 
Freundschaft mit ihm schloss, und im Colorit sein Schüler, 
in der Perspeetive aber sein Meister ward"). Einige Jahre 
57) Dass Raffael die Perspective schon gut verstand, kann ich 
nicht, Wie Bottari, bezweifeln. Er stammte aus Peruginow
        

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