Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285666
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Florentinex 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
Vertreter brauchte, förderte, unterstützte und mit Zeichnungen 
bereicherte. Man weiss, dass, als Daniel in der Farnesina. 
arbeitete, Michelangelo ihn nicht verliess, und, mag das 
Gerücht wahr oder falsch seyn, in seiner Abwesenheit auf das 
Gerüst stieg und mit Kohle einen kolossalen Kopf zeichnete, 
der noch dort zu sehen ist. Daniel liess ihn für die Nach- 
weit stehen, zu zeigen, was Buonarroti vermochte, der 
ein so grosses und doch so vollendetes Stück aus freier Hand 
und wie zum Scherz hinwarf. Auch hätte Daniel ohne 
Michelangelo jene wunderbare Kreuzabnahme in Trinitä, 
de' Monti nicht zu Stande gebraehtis), irelche nebst dei- 
RaffaePschen Verklärung und dem H. Hieronymus von 
Domenichino unter die besten Bilder Roms gerechnet wird. 
Man glaubt diesen traurigen Auftritt zu sehen; den Erlöser, 
der wie ein Leichnam fällt und wirklich bei der Abnahme 
herabsinkt; die frommen Männer, die verschiedentlich besehäf. 
tigt, in verschiedenen und entgegengesetzten Stellungen um 
diese heiligen Ueberreste sich mühen und sie verehren; die 
Mutter Gottes ohmächtig unter den mitleidigen Frauen; den 
geliebten Schüler, der die Arme öffnet und in den Anblick 
versunken ist. E ist eine Nacktheit darin, welche Natur 
scheint, eine Farbe in den Gesichtern und durchaus, die ganz 
dem Gegenstande angemessen, eher kräftig, als lieblich ist, 
eine Rundung, eine Uebereinstimmung, kurz eine Kunst, die 
man fast für Miehelangelfs halten würde, wenn nur 
sein Name dabei stünde. Darauf, dünkt mich, spielte auch. 
der Künstler all, als er seinen Buonarroti mit einem Spie- 
gel dazu malte, als wollte er andeuten, in diesem Gemälde 
säh' er, sich selbst wieder. Andre Kreuzbilder malte Daniel 
in der Capelle Orsini, wo er sieben Jahre arbeitete. Doch 
sind sie von geringerem, Werthe. In einer andern Capelle der 
Kirche liess er seine Zöglinge malen, welche der Wegweiser 
nach Rom Michele Alberti und Gio. Paoßlo Rossetti 
nennt, welchen er Zeichnungen dazu gab; eine davon führte 
L 
56) Diese Kreuzabnahme ist von Niclans Dorigny gestochen. 
Das Gemälde selbst wurde von der {Vand genommen, allein die Re- 
stauration ist dem so n-efflichen Palmaroli nicht gelungen, Weil 
dies Bild zu sehr beschädigt war. Q. 
        

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