Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285658
Vinci , 
B uonarroti 
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Von einigen auswärtigen Nachahmer-n Michelangelfs, 
wie Franco, Marco da Siena, Tibaldi, werden wir bei 
den verschiedenen Schulen reden. Auch in der Florentiner gab 
es noch über-viele, die wir im folgenden Zeitraume zusammen- 
stellen wollen. Hier erwähnen wir nur zwei, welche Vertraut 
mit ihm lebten, unter seinen Augen arbeiteten, und noch von 
ihm durch Rede geleitet wurden, was man weder von Va- 
sari, noch Salviati, noch andern Tüchtigen aus seiner 
Schule. kann. Der eine war der Florentiner _Francesco 
Granaeci, trefllich in seiner Kunst, wie ihn Vasari nennt, 
der sein Verdienst meist von.seiner vertrauten frühen Freund- 
schaft mit Michelangelo ableitete. Mit ihm war er bei 
D o m e ni e o G hir lan daj o, "und im lllarcusgarten; durch seine 
Mittheilungen und Studien nach seinem Carton gewann er eine 
freiere Behandlung und bildete sich dem neuern Styl engge- 
gen, Nach dem Tode des Meisters blieb er bei dessen Brü- 
dern, und [vollendete ein Werk des Dahingegangenen, arbeitete 
auch für sich u tempera heilige Familien- und Zimmerge- 
mälde, welche leicht verwechselt werden , weil sie etwas von 
dem Meister haben. Eine Probe seines neuen, nicht ganz der 
alten Einfalt entrückten, aber doch in der Zeichnung fleiggi- 
gern und im Colorit stärkeren Styls ist in S. Jacopo tra 
fossi. Dort belindet sich ein Gemälde mit den Heil. Zanobi 
und Francesco beiluxlserer lieben Frau, die auf einer hohen 
Bühne sitzt; eine damals gewöhnliche Vorstellung aller Schu- 
len! Reifer zeigte sich seine Behandlung un'd ausgebildeter in 
einer Hinnnclfalli-t, die in S. Picr Maggiore, einer eingeganß 
gcnen Kirche, "war, wo unter andern Figuren auch ein ganz 
Buonarrotißseher H. Thomas war. Viele andere bedeutende 
Werke von ihm kann man nicht aufzählen, da er von Hause 
aus wohlhabend und in goldener Mittelmüssigkeit genügsam 
mehr aus edler Lust, als um Lebenscrwerbs willen malte. 
Berühmter ist Rieciarelli, welchen die Geschichte mgi- 
stens Daniele rliVolterra nennt, und beinah 31g den 
glücklichsten von Michclangelohs Jüngern schildert. In 
Siena 'v0n Peruzzi und Razzi, wie man sagt, erzogen, 
dann Gehülfe des Perino dcl Vaga, folgte er einem wun- 
derharcn Zuge, Bnenarroti nachzuahmen, so dass dieser 
sich darüber freute, ihn in den Arbeiten im Vatican als Stell-
        

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