Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283829
XVI 
Vorwort. 
mehr Ausdehnung als Zusammenziehung sich aus- 
sprechen. Folgerichtig wird auch das Maas und 
die Ausgleichung der Gegensätze zurückbleiben. 
Die Farbe wird, als ein noch nicht nach meh- 
rern Seiten hin thätig gewordenes Licht, matt 
und eintönig seyn. Mit Einem Worte, es ist das 
erwachende, strebende, noch nicht in sich zurück- 
gebogene und beschlossene Leben der Seele, ur- 
sprünglich, wahrhaft, treu, kräftig aber beschränkt, 
und bedeutsam vorzüglich in Gesichtern und Kü- 
pfen fleissig ausgesprochen. 
Nun, in der letzten Hälfte des funfzehnten 
Jahrhunderts, stand in Lionardo da Vinci ein 
wundersam reichbegabter, sinniger und ernstfor- 
sehender Geist auf, dem die Natur selbst den Stem- 
Pel einer seltenen Harmonie der Kräfte aufgeprägt 
hatte. Mit leichter und sehmeidiger Islinneigung 
zu jener naiven gemiithlichen Einfalt verband er, 
einen unermüdlich forschenden, nach allen Seiten 
hin sich kräftig und eindringlich verbreitenden 
und Alles gewältigenden, gleich bildsalnen, wie 
bildenden, seine Gebilde ausscr sich hinstellenden 
Geist. In ihm, kann man _wohl sagen, brach zu- 
erst kenntlieher und anschaulicher das reflexive, 
kritische Moment der Kunst durch und hervor, 
 nur aber noch (nicht schroff besondert, vielmehr 
gemässigt und in Gleichgewicht gehalten durch die 
ihm inwohnende geniale Urkraft. Scharfer schon 
gespannt-Waren diese Elemente in (16111 Starren, 
stolzen, finstern und herben, 23 Jahre später ge- 
borenen Michelangelo Buonarroti, der mit
        

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