Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285618
Vinci, 
Bngonarroti 
127 
stehend,vin Lehensgrösse, soll ehmals im Hause Mocci (Mozzi) 
zu Florenz gewesen und nachher in die Hauptkirche zu Burgos 
gekommen seyn, wo es sich noch belindetn). Auch fertigte 
Michelangelo ein Rundhild einer heiligen Familie, mit 
einigen Nackten in der Ferne, für Agnol Doni. Es ist jetzt 
in der Tribune der Gallerie von Florenz, und sehr gut erhal- 
ten. Richard son und Andere loben es der kräftigen Tinten 
wegen; aber es ist a tempera; daher es dort neben den besten 
Meistern aus allen Schulen, die auf dieser Kunstbiihne gleich- 
sam einander fürchten, als das gelehrteste zwar, aber min- 
dest schöne erscheint; der Vor-fertiger zeigt sich als den 
stärksten Zeichner, aber als den mattesten Colcristen von 
allen übrigen. Auch ist die Luftperspective etwas nachlässig, 
inwiefern, wenn die Figuren tiefer stehen, nicht soviel Licht 
ist; ein in jener Zeit nicht seltener Fehler! Nach manchen 
andern, oft wiederholten und gleichsam gemein gewordenen 
Werken, die in den Bildersälen für Werke von ihm ausgegeben 
werden in Florenz, Rom, Bologna, auch im Verzeichnis der 
Kais. Gallerie zu Wien und in den Königl. Sammlungen in 
Spanien stehen, wie dem Gekreuzigtensz), der Frömmigkeit, 
dem schlafenden Christkinde, dem Gebete im Garten, kann 
man über seinen Styl nicht leicht entscheiden. Sie sind wol 
von Michelangelo gezeichnet, aber wahrscheinlicher von 
andern iilalern ausgeführt. Dies bewciset VasarPs Schwei- 
gen; wahrscheinlich macht es ihre Ausgeführtheit, die kaum 
von einem Manne zu erwarten ist, der auch in der Bildhaue- 
rei selten etwas vollendete; endlich glauben es Mengs und 
andere Kenner, die ich darüber befragte. Anfangs mag Eines 
oder das Andere nach seinem Rathe colorirt worden seyn, da 
51) Conca rlescriz. odrpnrica zlella Spagmz. T. l. p. 2-1. L, 
52) Unverslänrlige glauben, Michelangelo hülle Eillffll Menschen 
an's Kreuz geschlagen und sterben lassen, um das Bild des gekreu- 
zigten Erlösers recht lebhafte darzustellen. S. Dnzti postille (zlla vitn 
da" Pqrrasio  von welchem man einen solchen Mord erzählt, Beide; 
sind Fabeln. Michelangelws Gekreuzigle kehren oft wieder, 
bald mit Madonna und Johannes, bald mit zwei Engeln, die das Blut 
auffangen.  Butturi führt mehrere in vielen Bildersammlungen an. 
Ich füge die im Palast (Iaprara, Bonfigliuoli und Biancani zu Bologna 
an. Einen sehr schönen hat der Graf Chiappini zu Piacenza; noch 
einer ist in der Kirche des Scniinariums zu Ravenna. L.
        

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