Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285575
Vinci , 
Buonarroti 
123 
zwang ihn, sie auszuführen, oder er bat ihn vielmehr, indem 
er persönlich mit zehn Cardinülen zu Michelangelo in's 
Haus ging; eine in den Jahrhüchern der Kunst einzige Ehre! 
Er wünschte es in Oel gemalt, wozu ihn F. Sebastiauo del 
Piombo überredet hatte; aber Michelangelo antwortete, er 
wolle es nur iu Fresco machen, Oelmalerei sei eine Kunst für 
Weiber, für bequeme und faule Leute. Er liess also den von 
Frate vorgerichteten Tünch abschlagen, und nachdem der 
Kalkgrund auf seine Weise aufgetragen war, fertigte er das 
Werk in .8 Jahren und deckte es 1541 auf. That er sich in 
dem Deckengemälde nicht genug und konnte es, als er es 
sah, nicht hier und da übergehen, so konnte er in diesem un- 
geheuern Gemälde sich gniigen und seine Meisterschaft zeigen, 
wie er wollte. Er bevölkerte den Raum, vertheilte darauf un- 
zählige Figuren, vom Klange der letzten 'l'roliipete erweckt, 
Sehnaren von guten und bösen Engeln, Auserwählten und Ver- 
dammten; andre stehen aus den Gräbern auf, andere schweben 
empor zur Belohnung, andre werden zur Strafe geschlepptßz.) 
Wie Bottari (T. VI. p. 398.) erzählt, hat Jemand das 
Gemälde mit andrer Künstler Werken verglichen und es da- 
durch herabsetzen wollen, dass er bemerkt, wie es im Aus- 
druck, in Farbe, Anordnung und Zierlichkeit der Umrisse 
noch viel anders hätte seyn können. Aber. Lomazzo, Fe- 
libien43) und Andere erkennen ihn dessenungeaehtet für den 
ersten Meister der Kunst, der er seyn wollte, in jedem Werke, 
und so auch in diesem Gericht. Die Aufgabe schien für ihn 
nicht owol gewählt, als gemacht. Einem so weitumfassen- 
den und tiefen Geiste konnte nichts angemessener seyn, als 
eine auferstehende Mensebemvelt; einem solfurehtbaren Künst- 
42) Dieses Gemälde ist von vielen Kupferstechern in verschiedenen 
Manieren gestochen wurden. Bisher das vorzüglichste ist das, welvhes 
G e or g Gh i si in ll Blättern geliefert hat. P. G. Vol. 150 1570.25. P. 395. 
Metz in Rom hat es in Kreidemanier zeichnen und stechen lassen, 
mit dem Titel: [Jiscellile a m2, maledicli in rietermmzl Opus Mi- 
chrzelis Angelz" Bonarrati in sacellr; Siirlino ad iratic. C. IPI 
Metz de]. et sculps. 1803. Gegenwärtig ist der grösste Kupfer- 
sftecher unsrer Zeit damit beschäftigt dieses Bild wieder in Kuimfer 
zu Itecliexx, Longhi in Mailand. Q. 
I6 
43) Trattenimenti sapru 
pittari. Tn. 1. p. 502. 
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