Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285550
Vinci , 
Buonarroti 
121 
Vinci hold und Buonarroti hassend, einen Vergleich ver. 
hüten wollte, der zu Vinci' Nachtheil ausfallen muggte, 
Die Sache ist nicht hinlänglich erwiesen; auch kann um; der 
{angeblich Schuldige, ein grosser Zeichner und Bildhauer, der 
aber nur wenig gemalt hat, nämlich fast nur einen trunkenen 
Noah und einen Vorhimmel der heil. Väter, wenig anziehen. 
Er verzichtete sehr bald auf das Malen, und Michelangelo 
scheint dasselbe gethan zu haben; denn er ward von Julius II. 
nach Rom berufen; und als der Papst 1508 die Decke gemalt 
haben wollte, entschuldigte er sich, und suchte Raff ael den 
Auftrag zuzuschieben. 
Da er ihn annehmen musste, und in der Wandmalerei 
noch Neuling War, so berief er einige der bessern Wandmaler 
aus Florenz 33), ihn zu unterstützen, oder vielmehr zu unter- 
weisen; trich aber nachher, was er wollte, aus und machte sich 
allein an's Werk. Er fertigte seine Arbeit bis zur Hälfte, und 
enthüllte sie dem Publicum eine Zeitilang. Dann ging er an 
die zweite Hälfte, und weil er langsamer arbeitete, als der 
ungeduldige Papst vertragen konnte, so ward ihm gedroht, da- 
mit er sich beeilte; und so vollendete er das grosse Stück, 
das ihm übrig war, allein in zwanzig Monaten. Allein, sagte 
ich; denn er war so eigensinnig in seinem Geschmack, dass 
ihm keiner genügte, und wie er in der Bildhauerei jeden Boh- 
rer, jede Feile, jeden Meisel, den er brauchte, eigenhändig 
fertigte, so machte er auch in der Malerei nicht nur die Far- 
benanmischungen und di'e andern Vorrichtungen und Werk- 
zeuge, sondern er rieb auch die Farben selbst, ohne sich auf 
Farbenreiberf, oder Gesellen zu verlassenw). Dort sind am; 
die grossen und ganz von einander verschiedenen Figuren der 
38) Er wählte die Gehülfen derer, die in der Sjslina gemalt hat- 
ten: J acopo di Sandro, Agnolo di Donnlno, Roselli"; 
vertrauten Freund , den ältern I n d a. e 0„ G h i r l a n d aj 0 ' s Schüler, 
schwache Maler; aber auch Bugißrdini, Grßnßßßi, Aristo- 
tile di S. Gallo, von welchen .wir weitläuftig;r handeln werden, 
39) Varchi oraz. funebr. p. 15. L.  Cun ego hat einige die- 
ner Deckenstücken in der Sclmla ilal, picturae Sive selectzw qmm- 
dann summarunz e sclmlu iml. pictorum labulrze aere incisue curd 
et irupenn": Gavcuf Ilomclton piclorfl Rum, 1773. 
        

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