Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285531
Vinci , 
Buonarroti 
119 
man rlen Griechischen Meistern Unrecht thue, wenn man einen 
neuern mit ihnen vergleiche, geschweige denn gar ihnen vor- 
ziehe; und ich darf nicht zu weit über Leinwand und Farben 
mich versteigen 35). 
Auch kann man in dieser Gattung gerade nicht viel von 
Michelangelo anführen, indem er wenig malte, gleichsam 
als fürchtete er, der Erste in der Bildhauerei, der Zweite, 
oder Dritte in der Malerei zu scheinen. Seine meisten Com- 
positionen begnügte er sich, wie wir von Vinci erzählten, 
zu zeichnen, und darum kann sieh manches Cabinet rühmen, 
Zeichnungen von ihm zu besitzen, keines aber Gemälde. Ein 
Wunder der Kunst hierin soll der Carton des Pisnucr Kriegs 
gewesen seyn, welchen er entwarf, umk mit Vinci in dem 
Saale des öffentlichen Palbste zu Florenz zu wetteifern. Ma- 
riette behauptet in dem bereits angeführten Briefe, Vinei 
habe ihm durch sein Muster die Bahn zu diesem grossen Werke 
geebnet, gesteht aber doch, dass B. ihn besiegt habe. Mich el- 
angelo begnügte sich nicht, das Handgeineng zwischen den 
bewaffneten Florentinern und ihren Feinden darzustellen; son- 
dern er liess den Angriff in einer Zeit geschehen, wo ein 'l'heil 
der erstern sich im Arno badete, und stellte demnach mehrere 
Nackte dar, welche aus dem Wasser stiegen und sich zu rüsten 
und zu wehren eilten; so konnte er die seltensten Verkürzuni 
gen, die furchtbarsten Bewegungen, mit einem Worte, das 
Höchste anbringen, worin er so trefflich ist. Cellini sagt 
im 13. Kap. seines Lebens, Michelangelo habe in der Ca- 
pelle des Papst Julius nicht halb so viel geleistet; und Va- 
sari, alle, welche nach diesem (larton studirt und dergleichen! 
gezeichnet hätten, wären in dieser Kunst trefflich geworden; 
zu welchem Ende er denn die besten Florentiner dieses zutei- 
Cavallo erfahren, weil ohne dem dieses Uriheil unbegreiflich ist. Q, 
S. dagegen B, J. Duuens Aufsatz: die Iferdebiiudiger auf [Name 
Cavallo in Schurrfs Kunstblalt 1822. N. 101  103. W, 
35) Nichts zeigt den grossen Unterschied zwischen den Allen und 
Bunnarr. mehr, als das Flussstanrlbild i'm Clernenlinischen 19Min., 
wo B. den Kopf, den rechten Arm mit der Urne und andere kleine 
Theile ergänzte, aber in einem Styl, welcher neben dem wahrhaft 
großen des aiteu Künstlers übertrivliexi und gezwungen scheint, wie 
der Erläutcrer dieses hluuenms T0. I, p. T2 bemerkt. Dauseibe hörte 
ich schon von C nvaueplu-i. L. 
        

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