Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285500
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Floreminer 
Schule. 
Zeitraum. 
Zweiter 
schlaft in der Malerei, seinen eignen Bruder Bcnedict nach 
Frankreich schickte, und, vielleicht Buonarrotiw seltenes 
Talent fiirchtend, ihn auf die Bildhauerei verwies. Denn als 
Lorenz der Prächtige die in seinem Vaterlande etwas ver. 
fallene Bildhauerei wieder heben wollte, in seinem Garten 
zu S. Marco viele alte Marmorwerke gesammelt, und einem 
Schüler Donatellws, Bertoldo, die Aufsicht darüber über- 
tragen hatte, den Ghirlandajp aber nach einem Jüngling 
fragte, der sieh vielleicht dort zum Bildhauer bilden könnte, 
so gab ihm dieser den Michelangelo. Dies verdross seinen 
Vater Lodovico , dem diese Kunst seines Adels minder würdig 
schien; doch durfte er es nicht bereuen. Lorenz o, der seinen 
Wunsch erfüllt sah, streckte Lodovico Geld vor, und hielt 
Michelangelo in seinem Hause mehr als Verwandten, denn als 
Besoldeten; liess ihn mit seinen Söhnen, mit Poliziano 
und andern Gelehrten, welche die Grossen des Hofs ausmaeh. 
ten, an einem Tische speisen. In den vier Jahren, welche 
M. Angele dort zubrachte, legte er den Grund zu aller Bil- 
dung und trieb besonders Dichtkunst; daher er denn, wig 
Vinci, Sonette machte, und sich an Dante ergetzte, dem 
Sänger geheimer Lehre, der nicht für gemeine Geister ist") 
Er studirte die Zeichnung in der Capelle des Masaccio, m- 
pirte im Garten die Antike, trieb Anatomie; und diese Wis- 
senschnft, womit er im Ganzen zwölf Jahr zugebracht haben 
soll, zu grossem Nachtheil seines Unterleibes, gab ihm seinen 
Charakter, seine Meisterschaft und seinen Ruhm"). 
S0 schuf er sich den Styl, der ihn zum Dante der 
Künste machte. Wie dieser Dichter stets sich die schwierig. 
lten Aufgaben stellte, und an einem tiefverborgenen Stoff sich 
25) Für diesen Dichter wur er leidenschaftlich eingenommen, um] 
machte Federzeichnungen darüber in einer Handschrift, die leider- 
verluren gegangen. Er wollte nein Andenken mit einem prächtigen 
Grabmal ehren, wie aus einer Bittschrift an Leo X- erhßllt. Die 
Mediceer Akademie verlangt darin die Gebeine des göttlichen Dich- 
lefl; Michelangelo unterzeichnete mit und bot sich an. Gari 
illullTuz. alla vila di Candz'vz' p. 112. L- 
16) Nach Condivz" p. 117 wollte er eine Abhandlung, über alle 
Arten menschlicher Bewegungen und Erscheinungen, und über die 
Knochen schreiben, mit einer sinnreichen au: langem Studium her- 
Vorgegnngenen Theorie. L.
        

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