Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285499
Vinci , 
Buonarroti 
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Novelle spricht; einem Bilde, welches Bottari später bewun- 
dernswerth nannte, nicht nur wegen der Soldaten, welchg 
Buoxiarroti, da. der gute Mann das Bild nicht fertig bekom. 
men konnte, mit Kohle zeichnete, Giuliano aber nachher 
malte, sondern auch im Uebrigen. Das Wahre scheint zu 
seyn, dass er nicht viel Erfindung hatte, und nicht Einem Style 
getreu blieb. Er nahm seine Gedanken bald von diesem, bald 
von jenem, wie in der bereits erwähnten Krippe, WO man 
Frate's Style begegnet. Betrachtet man aberjede seiner 
Figuren für sich, so war er in seinen Nachahmungen ziem- 
lieh glücklich, und besonders, wie es scheint, inlBologna und 
im Johannes dem Täufer sehr geachtet. In Florenz malte er 
viele Madonnen und heilige Familien , welche man mittels der 
Bologneser Gemälde vielleicht an der Fnrheuvertreibung, an den 
plumpen, schwerfälligen, wie an Wagebalken anfgehenkten Män- 
nern, an den zuweilen ohne Noth zum Schmerz verzogenen 
Mäulcrn erkennen kann. Eines davon ist bei den Edlen Or- 
lnndini zu sehen. 
Michelangelo Buonarroti, dessen Denkwürdigkeiten 
noch bei seinem Leben von zweicn seiner Schüler herausgegeben 
wurdenfii) ward 25 Jahre nach Lionardc geboren. Wie 
diesem, ward ihm ein schöner Geist zu Theil, und war er 
sehr zungenfertig; daher seine Witzworte denen der Griechischen 
Maler bei Dati die Wage halten, ja wol jedes andern auch 
n0ch.so witzigen und scharfsinnigen Kopfes. Er war nicht, 
wie Vinci, für das Gefällige und Anmuthige geschaflen, dafür 
aber kühneren und umfassendem Geistes. Darum gewältigte er 
alle drei Künsfe, und hinterliess in jeder Milster, welche meh- 
rere Künstler hätten verewigen können, wenn seine Gemälde, 
Standbilder und Gebäude drei von einander verschiedene Ur- 
heber gehabt hätten. Auch er gab, wie Vinci, von Kindheit 
auf Beweise eines Talents, die dem Meister das Geständnis 
abnöthigten, er wisse weniger, als der Schüler. Domenico 
Ghirlandajo war es, der aus Eifersucht auf seine Meister- 
24) Vnaari, der M's. Leben 1550 hernusgab und in einer zwelilen 
Auflage erweilerle; und Ascanio Condivi du Ripatrnnnolue 
im Jahre 1555, zehn Jahre vor Bll0hlfl'0li,l Tode, (Nun Aul- 
gabr. Pisa 1823. 8. 9-)  L_ 
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