Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285484
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Florentiner 
Schule. 
Zweiter 
Zeitraum. 
Kreuze vor, jezt in der Lorenzckirche zu Florenz. Er wett- 
eifcrte in Pisa mit Perino del Vaga, Mecherino und 
Andrea del Sarto.,_ dort der Langsamkeit beschuldigt, aber 
beliebt wegen der goldenen Einfachheit und Zierlichkeit, die 
er immer hatte. Man hat manche Gemälde von ihnr als Raf. 
faelisch empfohlen; was, wie wirlsehcn werden, auch Lnini 
und andern Lionardisten begegnete. Er hatte Schüler, die 
sichnachher andern Meistern ergaben; ganz ihm eigen scheint 
ein Zanobi di Poggino anzugehören, der viele heut zu 
Tage unbekannte Bilder für die Stadt lieferte. 
Ein trefilicher Nachahmer VincPs, fast dem Luini selbst 
vergleichbar, tritt in der Sacristci des H. Stephan zu Bn- 
logna auf, wo ein Johannes in der Wüste ist, mit der Auf. 
schrift Jul. Flora, die man Julias Flnrentinus liest, welche;- 
aber unbekannt ist. Dafür ist zu lesen Julizmus Florenlinus 
und Giuliano Bugiardini zu verstehen Wir wissen au; 
Vasari, dass er in Bologna war, und in S. Fraucesco eine 
Madonna zwischen zwei Ileiligen, malte, die sich noch dort 
beiindet, und keinem Style näher kommt, als dem Lionardp 
schon. Betrachtet man die Behandlung in diesem Bilde, so 
möchte man ihm auch wol den Heil. Johannes , vielleicht 
auch eine Krippe in der Cauonica di S. Salvatore, und ein 
andres Gemälde in einem Privaihause zuschreiben, welches 
dieselbe? Unterschrift führt. Wollte man Vasari trauen, S9 
wäre Giuliano ein schwacher, wenn auch höchst fleissiger, 
darum aber auch freilich sehr langsamer lllalcr gewesen. Da- 
zu müsste er da Vinci ganz und gar nicht gehören, weil er 
uns als Mitschüler des Bucnarroti, (lchüffe Albcrtinel- 
rli's und als Colorist einiger Bilder von Frate beschrieben 
wird. Indcss sehe man hier wul zu, ob Vasari nicht, wie 
auch sonst, geirrt, und die Werke des Mannes, wie seinen 
"Styl, nicht zu flüchtig betrachtet habe._ Er hat ihn als albern, 
und gleichsam als Bild genügsanier Aruiuth, breiten Lobsprecher 
lßiller Mudounen, und versclnvexiderisch in ihrem Preise be- 
Ißhfieben, der desshalb auch dem Michelangelo zum Troste 
gßdienli- Indem Vasari so den Leser durch Schilderung de; 
Menschen zu unterhalten suchte, hat er wol flas Verdienst de; 
Malers nicht gehörig geschützt. Dies beweiset die Verachtung, 
womit er von dem Märtyrthum der H. Katharina in S. Maria
        

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