Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285410
Vinci , 
Buonarroti 
107 
Lionardo  aus Vinei , eineznv Schloss in Unterval. 
darno, war natürlicher Sohn eines Pietro, Notars der Sie 
gnOriü von. Florenz, und eward 1452 5) geboren. Er erhielt. 
von der Natur einen über" das Gewöhnliche erhabenen. und 
scharfen, unablässig forschenden und muthigen Geist, nicht- 
allein für die drei zeichnenden Künste, sondern auch für die 
Mathematik, die Mechanik, Hydrostatik, Musik und Poesie; 
die ritterlichen Künste, wie Reit-, Fecht- und Tanzkunst nicht 
zu erwähnen. Alle diese Fertigkeiten bekam er so in seine 
Gewalt, dass er für jede, die er trieb, geboren und aus-- 
schliesslich gebildet zu seyn schien. Mit dieser Geisteskraf- 
tigkeit war in ihm eine solche Anmuth des Gesichts und der 
Bildung verbunden, dass die Geistestrelllichkcit" dadurch nur 
verschönt wurde, weshalb er denn auch bei Auswärtigen, Mit-l 
bürgern, Privatmiinnern und Fürsten angenehm war, undmit 
letzteren lange beinah als Vertrauter und Freund lebte. So 
konnte er denn auch, wie Vasari sagt, ohne sonderlichc 
Anstrengung stets wie ein grosser Herr leben. 
Bei Verrocchio lernte er die Malerei, worin er, wie 
wir sagten, als Jüngling den Meister übertraf. Spuren dieser 
ersten Erziehung behielt er durch sein ganzes Leben. Auch er 
zeichnete, gleich Verrocehio, lieber, als er malte, trieb un-. 
ermüdet Geometrie, liebte in der Zeichnung und in der Wahl 
der Gesichter nicht sowol die Fülle, als das Artige und Leb- 
hafte, zeichnete {leissig Pferde und stellte gern Soldatenhaufen. 
dar, strebte mehr die Künste zu fördern, als ihre Muster zu 
vervielfältigen. Der Meister warein ausgezeichneter Bildhauer, 
wie der H. Thomas in Orsanmichele zu Florenz und das Pferd 
zu S. Gio. und Paolo in Venedig beweisen. Auch Vinei mo- 
dellirte nicht nur die drei von Rustici für S. Gio. in Flo- 
renz gegossenen Erzstandbilder und das grosse Mailiindisrlie 
Pferd vortreffliche), sondern verlieh auch, von dieser Kunst 
unterstützt, der Malerei jene Vollendung des Runden llnll Her- 
vortretenden, die ihr noch fehlte. Auch Symmetrie, Lieblich- 
keit, Seele crtbeilte er ihr. Um dieser und anderer Verdienste 
 
5) S._ Durazzini in den elngj degl 'z'lluslri Toscani T0, III. 
N- XXV, Wodurch Vas ari und seine Ausleger zu berichtigen. L. 
Dies Pferd 
wurde niemulu vollendet.
        

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