Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1283299
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1285391
Vinci , 
Buonarroti 
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dung, welche sie nur erst im vorigen Jahrhunderte ausbildete; 
sie hat keine grosse Schönheit, weil es ihr lange an den besten 
Griechischen Standbildern fehlte, weil sie spät die Venus sah, 
und blos durch die Fürsorge des Grossherzogs Peter Leopold 
mit dem Apoll, der Gruppe der Niobe und andern ausgesuchten 
Werken bereichert wurde; daher sie, wie Naturalisten pflegen, 
blos darauf bedacht war, Ebenbilder oder Abbilder des Wahren 
zu geben, und meistens sie zu wählen verstand. Da sie Ge- 
mälde in grossen Räumen liefert, so ist sie im Gruppiren 
nicht vorzüglich, und eher könnte man manche überflüssige 
Figur wegnehmen, als eine andere nöthige hinzusetzen. I'm 
Anständigen und Bräuchlichen, in der Wahrheit und Genau- 
igkeit der Geschichte kann sie vielen andern vorgezogen werden; 
was eine Folge der grossen gelehrten Bildung ist, welche von 
je diese Stadt auszeichnete und stets auf die Bildung der 
Künstler Einfluss hatte  
Ihr eigenster Vorzug, und so zu sagen ihr urviiterliches 
Erbtheil ist die Zeichnung, worin sie durch das (volksthiim-s 
liche, umständliche und bemessene Wesen sehr unterstützt wird; 
denn man kann wol sagen, dass dies Volk so für die Ei- 
genheit der Wörter, wie für das Maas der Körper bessere Gesetze 
gegeben, als ein anderes. Auch gereicht es ihm ausschliesslich 
zum Lobe, das es eine Menge tretfllicher Wandmaler hervor- 
gebracht; eine Kunst, welche der Oelmalerei so überlegen ist, 
dass diese im Vergleich mit jener dem Buonarroti ein Spiel 
schien: so viel Geschick und Meisterschaft verlangt sie, weil, 
was überall das Schwerste ist, schnell und gut gearbeitet werden 
muss. Kupferstccber hatte sie nicht genug; daher ie, wie 
fruchtbar auch an Geschichtschreibernz) und, reich an Ge- 
1) Dass doch die Antike nicht die einzige Lehrerin der Kunst ist, 
und wo diese nicht zu linden, auch keine höhere Kunstbildung zu er- 
warten wäre, bedarf wol hent zu Tage keiner Widerlegung. Es 
sind dies Vnrurlheile des Mengsischen Zeitßllefß- Die Natur ist 
die älteste Antike, nach welcher selbst die gebildet ist, die wir die 
Antike nennen,   
2) Vusari, Borghini, Baldinucci haben, wiewol sie auch 
von andern Schulen schrieben, doch die Florepliner vor allen erläu- 
lerl, weil sie diese am besten kannten. Hierauf folgten die würdi- 
gen Herausgeber des Illnseu jinrentino , und der Serie (M piü üluslri 
piuori ecm, wn auserlesene Nachweisungen von diesen Meistern sind, 
Welche jetzt wieder neulaufgelegt und mit Bildnissen alle: Malet
        

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